Stand: 03.02.2020 07:06 Uhr  - Hallo Niedersachsen

"Castor stoppen": Proteste in Niedersachsen

Demonstrierende mit gelben Fahnen blockerien auf Gleisen stehend eine Brücke. © Nord-West-Media TV
Neue Atommülltransporte stehen bevor - das ruft Aktivisten auf den Plan.

Atomkraftgegner haben am Sonntag bundesweit gegen bevorstehende Castortransporte protestiert. In Niedersachsen gab es Proteste in mehreren Orten. In Salzgitter versammelten sich nach Angaben des Bündnisses "Castor stoppen" rund 40 Menschen, die mit Plakaten und Bannern gegen die Transporte protestierten. Ebenfalls rund 40 Demonstrierende waren es demnach in Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg), 45 am Kraftwerk Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont.

VIDEO: Niedersachsen protestieren gegen Atommüll (1 Min)

Atommüll "soll sinnlos verschoben werden"

Zwischenlager würden zu ungeeigneten Langzeitlagern, erklärte das Bündnis "Castor stoppen": "Atommüll soll wieder sinnlos von einem Ort zum anderen verschoben werden." Sprecher wiesen darauf hin, dass es kein vertretbares Konzept zur Verwahrung des Atommülls gebe. Auch sei Atomenergie "kein Beitrag gegen die Klimakatastrophe", heißt es weiter.

Gorleben nicht Ziel der Castoren

Die Transporte mit dem radioaktiven Müll kommen aus den atomaren Wiederaufarbeitungsfabriken La Hague in Frankreich und Sellafield in Großbritannien. Ziel sind die Zwischenlager an den Atomkraftwerk-Standorten Biblis (Hessen), Philippsburg (Baden-Württemberg), Isar (Bayern) und Brokdorf (Schleswig-Holstein). Laut Atomgesetz dürfen Abfälle aus der Wiederaufarbeitung nicht mehr ins Zwischenlager Gorleben gebracht werden.

BASE: Deutschland muss Müll zurücknehmen

Die Termine der Atommüll-Transporte selbst sind noch nicht bekannt. Der erste könnte allerdings noch im ersten Halbjahr 2020 aus dem britischen Sellafield nach Biblis in Hessen rollen, so die Atomkraftgegner. Wie BASE-Sprecherin Ina Stelljes NDR.de sagte, stehen die Transport- und Aufbewahrungsgenehmigungen zum größten Teil noch aus. Es handele sich aber um Atommüll, der in Deutschland produziert worden sei. Die Bundesrepublik sei vertraglich verpflichtet, diesen zurückzunehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 02.02.2020 | 19:30 Uhr

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