Stand: 18.03.2019 09:00 Uhr

Buxtehude arbeitet Hexenverbrennungen auf

Die Stadt Buxtehude lässt die historischen Akten zu den Hexenprozessen restaurieren.

Das 16. und 17. Jahrhundert gilt als Hochzeit der Hexenprozesse in Deutschland. Im damals konfessionell tief gespaltenen deutschsprachigen Raum loderten die Scheiterhaufen aber nicht nur in den katholischen Gebieten in Süddeutschland, sondern auch im Norden. In Buxtehude ging man vor rund 400 Jahren ebenfalls wenig zimperlich mit den Angeklagten der Hexenprozesse um. Zwischen 1540 und 1644 wurden 21 Frauen wegen Hexerei und Zauberei angeklagt. 15 von ihnen wurden nachweislich hingerichtet - die meisten wurden verbrannt. Erst die schwedische Besetzung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg beendete die Hexenverfolgung.

Erhaltene Prozessakten werden restauriert

Jetzt setzt die Stadt Buxtehude die historische Aufarbeitung der Hexenprozesse fort und lässt die dazu erhaltenen Akten restaurieren. Am Montag übergab das Stadtarchiv handschriftliche Dokumente aus dem 16. und 17. Jahrhundert an eine Restauratorin. Die Arbeiten sollen bis Mai dauern, wie Stadtarchivarin Eva Drechsler sagte. Die Kosten für die Restaurierung der Akten werden auf 6.500 bis 7.000 Euro geschätzt.

Opfer sollen rehabilitiert werden

Bereits vor knapp anderthalb Jahren hatte die Stadt ein Mahnmal errichtet, das an die Opfer der Buxtehuder Hexenprozesse erinnert. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) bezeichnet das Mahnmal als weiteren wichtigen Schritt hin zur Rehabilitierung der Opfer.

Ein Unfallbild auf einem kleinen Bildschirm zeigt Feuerwehrmänner an einer Unfallstelle. © NDR Foto: Eric Klitzke

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 18.03.2019 | 08:30 Uhr

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