Stand: 09.02.2018 10:40 Uhr

Buchholzer wollen 3D-Zebrastreifen testen

Mal ehrlich - Sie sind doch auch schon einmal darauf reingefallen: Auf den Straßenkünstler, der mit Kreide einen Abgrund auf den Asphalt zeichnet, der einen beim Überqueren scheinbar verschluckt. Oder auf das abstrakte Muster, aus dem beim näheren Hinsehen plötzlich ein Gesicht springt. Durch optische Täuschungen lässt sich unser Gehirn ziemlich leicht austricksen. Das der Effekt auch im Straßenverkehr Anwendung findet, ist dagegen relativ ungewöhnlich. Die Stadt Buchholz will nun einen neuartigen Zebrastreifen testen, der so aufgemalt ist, dass die weißen Striche wie dreidimensionale Balken wirken, die scheinbar über der Straße schweben. Nur ein Scherz?

Ausgeklügelte Zeichentechnik

Ganz und gar nicht: Solche 3D-Zebrastreifen gibt es nämlich schon - unter anderem in Indien, Island und in Österreich. Sie werden mittels 3D-Zeichentechnik und durch ausgeklügelte Schrägen und Schatten so auf die Straße gezeichnet, dass sie wie in der Luft hängende überdimensionale Klaviertasten wirken. Ein Effekt, der allerdings nur von einer Seite funktioniert.

ADAC: "Gut für die Verkehrssicherheit"

Davon inspiriert, hat die FDP-Fraktion im Buchholzer Stadtrat nun einen Antrag gestellt, so etwas in der Innenstadt zu testen. Die Idee: Der 3D-Zebrastreifen fällt Autofahrern sofort ins Auge und würde es für die Fußgänger sicherer machen, die Straße zu überqueren, so der Buchholzer Fraktionsvorsitzende Arno Reglitzky. Beim ADAC Niedersachsen wird ähnlich argumentiert. "Alles, was die Aufmerksamkeit erhöht, ist gut für die Verkehrssicherheit", sagte eine Sprecherin. Zweifel gibt es beim ADAC aber, wenn es um die Nachhaltigkeit des Effekts von 3D-Zebrastreifen geht. Die Sprecherin bemängelt zudem die Tatsache, dass der Effekt nur aus einer Richtung funktioniere.

4.000 Euro für neuen 3D-Zebrastreifen

Laut Reglitzky liegen die Kosten für einen herkömmlichen Zebrastreifen bei rund 2.000 Euro. So einen Zebrastreifen zu entfernen und dafür einen 3D-Zebrastreifen aufzumalen, würde insgesamt rund 4.000 Euro kosten. "Diese Summe ist im Vergleich zu anderen Posten im Straßenbau denkbar klein", so der FDP-Fraktionsvorsitzende. "Sie darf kein Argument gegen die Sicherheit sein."


09.02.2018 10:48 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass der ADAC Niedersachsen sich wegen Sicherheitsbedenken gegen 3D-Zebrastreifen ausgesprochen hätte. Dies ist nicht richtig: Dass abruptes Bremsen vor Schreck das Risiko für Auffahrunfälle erhöht, hält man beim ADAC für unwahrscheinlich. Wir haben den Fehler im Text entsprechend korrigiert und bitten um Entschuldigung.

 

Weitere Informationen

Das Ammerland entfernt alle Zebrastreifen

Der Landkreis Ammerland verzichtet in seinem Gebiet ab sofort komplett auf Zebrastreifen. Als Grund für diese ungewöhnliche Maßnahme werden Sicherheitsbedenken genannt. (19.10.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 31.01.2018 | 14:30 Uhr

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