Kleine Steinchen liegen auf dem Schriftzug eines Gedenksteins während der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen

Bergen-Belsen: Stadtrat lenkt im Streit um Erklärung ein

Stand: 20.11.2020 12:53 Uhr

Der Streit zwischen der Gedenkstätte Bergen-Belsen und dem Stadtrat über das Erinnern an die Verbrechen im Nationalsozialismus ist beigelegt.

Der Rat der Stadt Bergen (Landkreis Celle) verabschiedete am Donnerstagabend einen Text zum Weltfriedenstag im ursprünglichen Wortlaut. Zuvor hatte es Streit um eine umformulierte Version gegeben. CDU und FDP wollten davon sprechen, dass "Teile" der Wehrmacht für Kriegsverbrechen verantwortlich seien. Unter anderem die Gedenkstätte des KZ Bergen-Belsen hatte dies kritisiert und verlangt, dass die Schuld nicht eingeschränkt werde.

Gegenstimme und Enthaltung von AfD

Am Donnerstagabend stimmte der Rat mit großer Mehrheit dem ursprünglichen Wortlaut zu. Darin heißt es: "Während des Zweiten Weltkrieges haben SS und Wehrmacht vor unserer Haustür unvorstellbare Verbrechen begangen." Lediglich von der AfD habe es eine Gegenstimme und eine Enthaltung gegeben, hieß es.

Bürgermeisterin: Enorm wichtig für die Stadt

Bergens Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller (parteilos) zeigte sich nach der Zustimmung erleichtert. "Für die Stadt ist das enorm wichtig", sagte sie. Auch Jens Binner, kommissarischer Leiter der Gedenkstätte, begrüßte die Entscheidung: "Damit bestätigt der Stadtrat, dass er auch in Zukunft der besonderen Verantwortung gerecht wird, die sich aus der Geschichte von Bergen-Belsen als ehemaliger Standort eines Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers während der Zeit des Nationalsozialismus ergibt."

Weitere Informationen
Kleine Steinchen liegen auf dem Schriftzug eines Gedenksteins während der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Bergen-Belsen. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen

Neuer Lernort an der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Im Mittelpunkt steht eine Ausstellung zur Rolle der Wehrmacht. (24.08.2020) mehr

Angehöriger der ehemaligen Wachmannschaft des KZ Bergen-Belsen vor einem Lastwagen mit Leichen nach der Befreiung des Lagers am 15. April 1945. © picture-alliance / akg-images Foto: akg-images

KZ Bergen-Belsen: "Nichts als Leichen, Leichen, Leichen"

Das Leid der Häftlinge im KZ Bergen-Belsen war unvorstellbar. Am 15. April 1945 befreien britische Truppen das Lager. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.11.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Auf einem alten schwarzweiß-Foto sind dutzende Polizisten zu sehen, die ein Waldstück durchkämmen. © Michael Behns/NDR

Die "Göhrde-Morde" und das Verschwinden der Birgit Meier

1989 werden zwei Paare in der Göhrde getötet, kurz darauf verschwindet in Lüneburg eine Frau. Erst 2017 steht der Täter fest. mehr

Eine Verkehrsampel zeigt grünes Licht. © Chromorange Foto: Karl-Heinz Spremberg

Nur sieben Sekunden: SoVD kritisiert Ampelphasen in Walsrode

Gehbehinderte Menschen könnten in dieser Zeit kaum die Straße überqueren, heißt es von dem Sozialverband. mehr

Zwei Fernzüge fahren nebeneinander. © NDR

Für mehr Abstand: Bahn setzt zu Weihnachten Sonderzüge ein

Auf den Hauptverkehrsstrecken über Hannover und Braunschweig soll so ausreichend Platz gewährleistet werden. mehr

Ein Intensivbett mit einem Beatmungsgerät.  Foto: Roland Weyrauch

Corona: Todesfälle erreichen hohes Niveau der ersten Welle

Binnen eines Tages gab es 23 Corona-Todesfälle. Am Tag zuvor waren es 25 - so viele wie noch nie in der zweiten Welle. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen