Stand: 26.09.2020 08:00 Uhr

BGE-Bericht: Wo ist ein Atommüll-Endlager denkbar?

von Katharina Seiler
Das Zeichen für Radioaktivität auf einem schwarzen Atommüllfass.
In welchem Endlager der hochradioaktive Atommüll unterkommt, steht nach der ersten Phase der Standort-Auswahl noch lange nicht fest. (Themenbild)

Am Montag gibt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) erste Teilgebiete für ein mögliches atomares Endlager bekannt. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem bundesdeutschen Atommüll-Endlager. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) rechnet damit, dass in diesem ersten Zwischenbericht viele Gebiete in Niedersachsen liegen könnten. Denn in Niedersachsen gibt es viele Salz- und Tonvorkommen, die als Wirtsgesteine für Atom-Endlager grundsätzlich als geeignet gelten.

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Erste Phase der Suche schafft noch keine Fakten

Doch selbst wenn viele niedersächsische Gebiete in dem Bericht benannt werden sollten, seien damit noch keine Fakten geschaffen, betont die BGE. Es handelt sich jetzt um die erste Phase der Standortsuche, in der es darum geht, generell geeignete und ungeeignete Gebiete zu benennen. Danach wird weiter sortiert und ausgewählt. Zum Beispiel nach den Kriterien, welche Gebiete unter großen Städten oder in Trinkwasserschutzgebieten liegen. Erst wenn dann weitere günstige und weniger günstige Standorte benannt werden, sollen Bundesrat und Bundestag entscheiden, welche Gebiete in einem weiteren Schritt übertägig erkundet werden. Anschließend folgt eine untertägige Erkundung. Das ganze Auswahlverfahren ist auf zehn Jahre angelegt, in dem die Bürger laufend informiert werden sollen. So legt es das Standortauswahlgesetz fest.

Prinzip der weißen Landkarte

Das Gesetz schreibt auch vor, dass das Auswahlverfahren dem Prinzip der weißen Landkarte folgen soll. Das heißt, kein Gebiet wird von vornherein bevorzugt oder ausgeschlossen. Deshalb sei auch der Salzstock Gorleben im Verfahren, erklärte der niedersächsische SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, der an dem Standortauswahlgesetz mitgearbeitet hat. Er ist sich allerdings sicher, dass der Salzstock Gorleben geologisch ungeeignet ist und früher oder später aus dem Verfahren ausscheiden wird. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg findet sogar, dass Gorleben schon in diesem ersten Schritt herausfallen sollte. Sie plant für den 4. Oktober eine Kundgebung in Gorleben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.09.2020 | 08:00 Uhr

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