Stand: 10.12.2019 20:16 Uhr

Ausgesetztes Baby in Stade: Luisa ist wohlauf

Findelkind Luisa.
Die Krankenschwestern im Klinikum Stade haben dem Findelkind den Namen Luisa gegeben.

Noch immer ist unklar, wer die Mutter des Neugeborenen ist, das am Freitagabend auf einer Wiese in Stade ausgesetzt wurde. Zwar sind bei der Polizei ein paar Anrufe eingegangen, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Entscheidende Hinweise seien aber nicht darunter gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Vorrangiges Ziel sei es nun, die Herkunft des Säuglings zu klären. Das Baby war am Freitagabend in der Nähe des Kulturzentrums Stadeum zufällig gefunden worden und damit dem sicheren Tod entgangen. Inzwischen geht es dem kleinen Mädchen, dem die Kinderkrankenschwestern den Namen Luisa gegeben haben, wieder gut.

Jugendamt sucht passende Pflegefamilie

Luisas Geschichte bewegt die Menschen weit über die Region hinaus. Nach Angaben eines Kreissprechers hat sich sogar eine Familie aus Norwegen gemeldet, die das Baby gern aufgenommen hätte. Doch im Landkreis Stade gibt es einige Pflegefamilien, die im Umgang mit Kleinkindern geschult sind und mit denen das Jugendamt zusammenarbeitet. Wann genau Luisa das Krankenhaus verlassen kann, steht aber noch nicht fest. Das entscheiden die Ärzte.

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Findelkind Luisa.
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Auf einer Grünfäche neben dem Stadeum-Veranstaltungszentrum in Stade entdeckte ein Paar das Neugeborene und rief die Polizei. Von der Mutter fehlt bislang jede Spur. 2 Min

Mutter könnte Baby zurückbekommen

Nach Angaben des Jugendamtes ist es theoretisch auch möglich, dass die leibliche Mutter das Baby zurückbekommt. Dies würde allerdings geprüft und im Zweifelsfall vom Familiengericht entschieden. Noch ist über die Mutter allerdings nichts bekannt. Auch andere Verwandte hätten sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet, so die Beamten. Hinweise nehmen sie weiterhin unter der Telefonnummer (04141) 10 22 15 entgegennehmen. Derzeit ermittelt die Polizei gegen die Mutter wegen Kindsaussetzung. Für diese Straftat könnte ein Gericht im Extremfall bis zu zehn Jahre Haft verhängen.

Anonyme Geburt im Krankenhaus möglich

Ein Fall wie der von Luisa ist laut Polizei sehr selten - zumal vor fünf Jahren gesetzlich geregelt wurde, dass Frauen ihr Baby auch anonym im Krankenhaus zur Welt bringen können. Seitdem wurden bundesweit knapp 600 Säuglinge anonym geboren. Eine Babyklappe gibt es in Stade nicht. Ohnehin gibt es davon niedersachsenweit nur fünf - unter anderem in Rotenburg und Nordhorn. Vor einem Jahr war in Stade ein Baby vor einem Pfarramt abgelegt worden. In diesem Fall hatte wurde allerdings an der Tür geklingelt, sodass das Kind nicht lange in der Kälte liegen musste.

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Eine Collage zeigt ein rotes Handtuch, ein blau-weiß gestreiftes Baby T-Shirt und ein Schnuller. © Polizeiinspektion Stade

Baby in Stade ausgesetzt: Polizei sucht Mutter

Die Polizei in Stade sucht nach der Mutter eines ausgesetzten Neugeborenen. Ein Paar hatte das kleine Mädchen auf dem Gelände des Kulturzentrums Stadeum entdeckt. (09.12.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 10.12.2019 | 18:00 Uhr

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