Eine Spritze wird von einer Person mit blauen Handschuhen in den Händen gehalten. Dahinter ein Arm. © dpa-Bildfunk Foto: Christoph Schmidt

Auch Betriebsärzte sollen impfen - allerdings erst später

Stand: 11.03.2021 21:12 Uhr

Viele Arbeitgeber in Niedersachsen fordern, dass Beschäftigte in großen Unternehmen von den Betriebsärzten geimpft werden sollen. Das Land will sie später mit einbinden.

Genau wie die Hausärztinnen und Hausärzte seien auch die Betriebsmediziner beim Impfen Profis, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen, Volker Meyer, dem NDR in Niedersachsen. Er verstehe nicht, dass das Land zunächst umständlich Pilotprojekte durchführe, bevor alle Ärzte, die infrage kommen, impfen dürften. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sagte am Donnerstag, ihr sei "wichtig, dass die Betriebsärztinnen und -ärzte in Unternehmen ihrer Belegschaft am Arbeitsplatz ein Impfangebot machen". So bekämen viele Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zu einer Schutzimpfung. Dies sei bei der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch auch so vereinbart worden. Mitte April sollen zunächst Impfungen beim Hausarzt möglich sein, später sei dann auch geplant, die Betriebsmediziner in die Impfkampagne einzubinden.

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IHK Stade stellt Impfangebote für Beschäftigte in Aussicht

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg hofft, dass die Betriebsärztinnen und -ärzte sich möglichst breit an den Impfungen beteiligen können. Sie fordert von der Politik mehr Tempo - und ein möglichst unbürokratisches Verfahren. Die IHK Stade spricht derzeit alle ihre Mitgliedsbetriebe konkret auf Impfungen an. Und auch die Kammer selbst werde ihren 100 Beschäftigten sicherlich ein hausinternes Impfangebot machen, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Bartsch dem NDR in Niedersachsen.

"Fünf Millionen Impfungen im Monat"

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller, die Unterstützung der Wirtschaft beim Impfen angeboten. Es werde kostbare Zeit verschwendet, wenn das Potenzial nicht genutzt werde, sagte Müller. "Wir müssen jetzt vorbereiten, dass wir sieben Tage die Woche 24 Stunden impfen können. Jeder Tag, an dem wir nicht mit Hochdruck impfen, ist ein verlorener Tag." Die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die Betriebsärzte bei den Impfungen eine große Rolle spielen könnten. Ihren Angaben nach könnten die deutschlandweit rund 12.000 Mediziner etwa fünf Millionen Beschäftigte pro Monat impfen.

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Ein Mensch hat eine Spritze in den Arm erhalten, eine behandschuhte Hand hält einen Tupfer auf die Einstichstelle. © picture alliance/Fotostand Foto: picture alliance/Havergo

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Impfung beim Hausarzt in Niedersachsen spätestens ab 19. April

Unterdessen sorgt der voraussichtlich spätere Einstieg der Hausarztpraxen in die Corona-Impfungen für Diskussionen. Kritik kommt unter anderem vom Bundesvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Mittwoch empfohlen, weiterhin erst die Impfzentren auszulasten. Dadurch verzögert sich der Einstieg der Hausarztpraxen mindestens bis Mitte April. Für Niedersachsen kündigte Behrens am Donnerstag an, dass Impfungen beim Hausarzt spätestens ab 19. April möglich sein sollen. Nach Ansicht des Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, dauert es jedoch vermutlich noch bis Mai. Da der Impfstoff zunächst prioritär an die Impfzentren gehen solle, sehe er die Haus- und Fachärzte im April eher nicht im Impfgeschehen, weil sie zu wenig Impfstoff bekommen würden, sagte Gassen im ZDF.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 11.03.2021 | 07:30 Uhr

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