Stand: 29.10.2019 14:45 Uhr

Attacke auf Polizist: Staatsanwalt für Freispruch

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Im Berufungsverfahren gegen einen 35-Jährigen, der vor Jahren einen Polizisten schwer verletzt haben soll, sieht es nun nach Freispruch aus.

Es hatte mit einem Routineeinsatz begonnen: eine Schlägerei auf dem Dorffest in Meckelfeld im Landkreis Harburg. Für einen damals 31-jährigen Polizisten endete dieser Einsatz im August 2015 jedoch tragisch. Er wurde von einem Mann attackiert und so schwer verletzt, dass er bleibende gesundheitliche Schäden davontrug. Ein heute 35 Jahre alter Mann wurde dafür vom Amtsgericht Winsen und dem Landgericht Lüneburg zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Gegen beide Urteile war der Mann erfolgreich in Berufung gegangen bzw. hatte Revision eingelegt. Der dritte Prozess gegen den Mann nähert sich nun dem Ende - und es läuft offenbar darauf hinaus, dass der Angeklagte diesmal freigesprochen wird.

Staatsanwalt hält Beweise für ungenügend

Am Dienstag wurden vor dem Landgericht Lüneburg die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft bewertete darin die Beweise als ungenügend und plädierte auf Freispruch, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Damit folgte der Staatsanwalt dem Plädoyer des Verteidigers. Der Anwalt des verletzten Polizeibeamten forderte als Nebenkläger eine Strafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Vier Verfahren in drei Jahren

In erster Instanz hatte das Amtsgericht Winsen den Mann im März 2017 zu vier Jahren Haft verurteilt. Dagegen legte der Verurteilte Berufung ein. Das Landgericht Lüneburg verurteilte ihn daraufhin Ende 2017 zu dreieinhalb Jahren Haft. Die Verteidigung wehrte sich auch gegen dieses Urteil und legte erfolgreich Revision ein. Das Oberlandesgericht hob die Entscheidung auf und verwies das Verfahren zurück ans Landgericht. Das Urteil in diesem Prozess wird am 8. November erwartet.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 29.10.2019 | 14:30 Uhr

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