Ein Schild warnt an einem Castor-Transport mit der Aufschrift "radioactive" vor radioaktiver Strahlung. © picture alliance Foto: Jan Woitas

Atomkraft-Gegner kritisieren AKW-Pläne von RWE und e.on

Stand: 10.11.2020 15:55 Uhr

Nach Angaben von Bürgerinitiativen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stehen die Energiekonzerne RWE und e.on vor einem Wiedereinstieg in den Bau von Atomkraftwerken.

Die beiden Unternehmen würden sich über ihre Beteiligung an der Urananreicherungsfirma Urenco, die zweitgrößte ihrer Art weltweit, bei der Errichtung von Atomkraftwerken in Großbritannien und den Niederlanden engagieren, kritisieren die Initiativen. Urenco ist ein britisch-niederländisch-deutscher Konzern, der zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat gehört. Das deutsche Drittel teilen sich RWE und e.on. Urenco betreibt in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA Urananreicherungsanlagen.

Rudek: "Nichts aus Fukushima gelernt"

Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg sagte, RWE und e.on hätten aus der Geschichte und den Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima "nichts gelernt". Anstatt neue Atomkraftwerke zu bauen, sollten die verbliebenen Atomreaktoren in Deutschland sowie die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen umgehend stillgelegt werden.

Aktionsbündnis Münsterland sei fassungslos

Noch vor wenigen Tagen habe das Bundesumweltministerium während des Castor-Transports auf den Atomausstieg in Deutschland verwiesen, sagte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. "Doch nun steigen die beiden Großkonzerne RWE und e.on wieder mit Vollgas in die Atomenergie ein und beteiligen sich über ihr Tochter-Unternehmen Urenco an zwei AKW-Neubauprojekten." Man sei fassungslos, dass die Auseinandersetzung um die Atomenergie zehn Jahre nach Fukushima von vorne beginnt.

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