Stand: 19.07.2016 11:16 Uhr

Abschuss von Wolf "Kurti" war rechtens

Der Wolf "Kurti" läuft an einer Fotofalle vorbei. © NDR
Die Tötung des verhaltensauffälligen Wolfes MT6 war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft der letzte Weg.

Der erste Abschuss eines Wolfes in Niedersachsen hat viele Tier- und Naturschützer auf die Barrikaden gebracht. Rund 140 Strafanzeigen gingen nach der Tötung des zweijährigen Rüden aus Munster (Heidekreis) mit der wissenschaftlichen Kennung MT6, besser bekannt als "Kurti", bei der Staatsanwaltschaft Hannover ein. Das Umweltministerium habe das Tier unnötig getötet und hätte andere Maßnahmen finden müssen, lautete der Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüfte die Anzeigen und fragte im Umweltministerium nach, ob es unumgänglich war, "Kurti" abzuschießen. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gibt es keinen Anfangsverdacht. Rechtliche Konsequenzen zieht der Abschuss von "Kurti" demnach nicht nach sich.

"Nur Tötung konnte Gefahr für Menschen verhindern"

Das Umweltministerium habe schlüssig darlegen können, dass allein die Tötung des Wolfes mögliche Gefahren für Menschen verhindern konnte, so Klinge. Alternative Maßnahmen, etwa ein Aussetzen des Tieres an einem anderen Ort, seien geprüft, aber verworfen worden. "Kurti" hatte sich mehrfach Menschen genähert. Ein Versuch, das Tier zu vergrämen war gescheitert. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sagte am Tag nach dem Abschuss, entscheidend sei die Abwägung des mildesten Mittels gewesen - im Umgang mit dem Tier im Vergleich zur Sicherheit des Menschen. Der Abschuss sei der letzte Weg gewesen, heißt es nun auch vonseiten der Staatsanwaltschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.07.2016 | 10:00 Uhr

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