Stand: 22.01.2013 17:15 Uhr  | Archiv

Hardliner Schünemann: Hart gefallen

von Stefan Buchen

Das hatte sich der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann sicher anders gedacht: 18 Jahre hat er bisher für die CDU als Abgeordneter im niedersächsischen Landtag gesessen. Mit dem endgültigen Wahlergebnis der Landtagswahl ist klar: Er muss seinen Platz räumen. Seinen Wahlkreis hat am Sonntag die SPD übernommen und über die Landesliste kann er auch nicht einrücken.

 

VIDEO: Hardliner Schünemann: Hart gefallen (5 Min)

"Harter Hund"

Uwe Schünemann ist als Innenminister als "harter Hund" bekannt. Kein Pardon, vor allem wenn es um Asylbewerber oder Flüchtlinge geht. Er hat Familien getrennt und Kindern ihre Mutter genommen und abgeschoben. Erst auf starken politischen Druck hin konnten beispielsweise die Familie Nguyen aus Vietnam und Gazale Salame aus der Türkei wieder nach Niedersachsen zu ihren Familienangehörigen zurückkehren.

Zuletzt hatte er auch in der eigenen Partei für diesen Kurs Gegenwind bekommen, musste sogar öffentlich Kritik aus den eigenen Reihen einstecken. Dementsprechend ist auch die Reaktion seiner Kritiker. Es sei noch nie so einfach gewesen, gegen Uwe Schünemann anzutreten und zu gewinnen, so seine SPD-Konkurrentin. Und die muss es wissen, hat sie doch fünf Jahre vorher noch den Kürzeren gezogen.

Seinen Job als Abgeordneter ist er jetzt los, sein Ministeramt bekleidet ab Februar ein Sozialdemokrat - und Uwe Schünemann? Er wisse zwar noch nicht was, aber er werde schon etwas finden, meint er.

 

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 22.01.2013 | 21:15 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Gerhard Schröder (SPD), ehemaliger Bundeskanzler, zu Beginn einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss des Bundestags zum Pipeline-Projekt Nord Stream 2 im Sitzungssaal. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld Foto: Kay Nietfeld

Schröder darf in Partei bleiben: Reaktionen auf SPD-Entscheid

Laut Schröders Anwalt war keine andere Entscheidung zu erwarten. Weil und Klingbeil sehen den Ex-Kanzler weiter isoliert. mehr