Stand: 20.02.2015 09:08 Uhr

Die Causa Christian Wulff - eine Chronologie

01.01.2012 - Wulff soll dem "Bild"-Chef gedroht haben

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Auf der Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann soll Wulff eine Nachricht hinterlassen haben.

Vor dem "Bild"-Bericht über die Finanzierung von Wulffs Haus in Burgwedel soll der Bundespräsident versucht haben, die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern. In einer Nachricht auf der Handy-Mailbox von "Bild"-Chef Kai Diekmann soll Wulff mit den Worten "Krieg führen" und "Rubikon" gedroht haben, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

04.01.2012 - Wulff bricht sein Schweigen im Fernseh-Interview

Christian Wulff äußert sich am Mittwochabend in einem Interview von ARD und ZDF zu den Vorwürfen der vergangenen Wochen. Gleich am Anfang stellt er klar, dass er weiter im Amt bleiben will. Die "Bild" widerspricht im Deutschlandfunk Wulffs Aussagen zur Mailbox-Affäre. Wulff selbst hatte gesagt, er habe mit seinem Anruf bei Chefredakteur Kai Diekmann die kritische Berichterstattung lediglich verschieben wollen. "Bild" spricht weiter von einer versuchten Unterbindung des Berichts.

Links

100 Fragen - ein paar Antworten

Die Fraktion der Grünen hat ihre Fragen und die Antworten der Landesregierung zur "Causa Wulff" im Internet veröffentlicht (PDF-Datei). extern

06.01.2012 - Grüne legen Fragenkatalog vor

Am Freitag legt Stefan Wenzel, Fraktionschef der niedersächsischen Grünen, dem Landtag einen Fragenkatalog zur "Causa Wulff" vor. Damit wollen die Grünen aufklären, ob Wulff in seiner Amtszeit als Ministerpräsident gegen das Ministergesetz verstoßen hat. Im Mittelpunkt des 100 Fragen umfassenden Papiers stehen der Hauskredit von Unternehmergattin Edith Geerkens sowie die Verbindungen von Wulff zur Wirtschaft.

11.01.2012 - Nord-Süd-Gipfel ist Thema im Rechtsausschuss

Nach den Grünen sieht auch die niedersächsische SPD noch viel Klärungsbedarf: Die Sozialdemokraten kommen mit einem umfangreichen Katalog von mehr als 60 Fragen in die Sitzung des Rechtsausschusses in Hannover. Im Fokus der Fragen steht der Nord-Süd-Dialog - vor allem die Finanzierung der umstrittenen Treffen zwischen Vertretern aus Baden-Württemberg und Niedersachsen.

12.01.2012 - Niedersachsens CDU drängt Wulff zur Transparenz

Im Fernseh-Interview von ARD und ZDF hat Wulff Transparenz versprochen - ist sie jedoch bislang schuldig geblieben. Sein Anwalt Gernot Lehr hat anstelle aller 400 Journalistenfragen und der Antworten darauf nur eine sechsseitige Zusammenfassung im Internet veröffentlicht. Gegen diese Praxis regt sich auch in Niedersachsens CDU Widerstand. Fraktionschef Björn Thümler fordert Wulff auf, die Unterlagen zu veröffentlichen.

14.01.2012 - Einladung zum Oktoberfest

Am Sonnabend berichtet "Spiegel Online", Wulff habe sich in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident von Film-Finanzier David Groenewold zum Oktoberfest einladen lassen. Laut Groenewolds Anwalt hat Wulff von der Finanzierung jedoch nichts gewusst.

15.01.2012 - McAllister fordert Aufklärung

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Der amtierende niedersächsische Ministerpräsident David McAllister drängt Wulff zur Aufklärung.

So langsam scheint auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) die Geduld mit seinem Amtsvorgänger zu verlieren. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" fordert er von Wulff eine vollständige Aufklärung der Vorwürfe und verspricht, falsche Auskünfte der Landesregierung gegenüber dem Parlament richtigzustellen.

16.01.2012 - Kein Anfangsverdacht gegen Wulff

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Hannover gibt es "keinen strafprozessualen Anfangsverdacht" gegen Wulff. Die neuen Vorwürfe im Zusammenhang mit Wulffs Aufenthalt beim Münchener Oktoberfest 2008 sollen aber noch geprüft werden.

18.01.2012 - "Zeit": Landesregierung suchte Sponsoren

Die Wochenzeitung "Zeit" berichtet, dass sich die niedersächsische Landesregierung doch an der Sponsorensuche für den "Nord-Süd-Dialog" beteiligt haben soll. Die Affäre um Christian Wulff ist zudem zum ersten Mal Thema im niedersächsischen Landtag. Der Bundespräsident gibt dem öffentlichen Druck nach und veröffentlicht den Katalog mit Journalistenfragen und entsprechenden Antworten.

19.01.2012 - Razzia bei Glaeseker und Schmidt

Wegen des Verdachts auf Korruption durchsucht die Staatsanwaltschaft Hannover zusammen mit dem Landeskriminalamt Privat- und Geschäftsräume von Wulffs einstigem engen Vertrauten Olaf Glaeseker und von Eventmanager Manfred Schmidt.

20.01.2012 - Glaeseker in Nord-Süd-Dialog verwickelt

Glaeseker soll einem Bericht der hannoverschen "Neuen Presse" zufolge aktiv an der Organisation des Nord-Süd-Dialogs verwickelt beteiligt gewesen sein. 44 Studenten der Medizinischen Hochschule Hannover sollen auf Anfrage Glaesekers bei der privaten Veranstaltung geholfen haben. Auch finanziell soll das Land, das zuvor eine Beteiligung abgestritten hatte, an der privaten Veranstaltung beteiligt gewesen sein.

21.01.2012 - Land zahlte Kochbücher für Veranstaltung

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Das Kochbuch "Raspers Rezepte" ließ die Landesregierung auf dem Nord-Süd-Dialog verteilen.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet, dass das Land Niedersachsen dem Madsack-Verlag knapp 3.500 Euro für Kochbücher zahlte, die an Gäste auf dem Nord-Süd-Dialog verteilt wurden. Für dieses Präsent soll Glaeseker den Anstoß gegeben haben. Dessen Frau soll laut "Bild am Sonntag" an dem Buch mitgearbeitet haben.

22.01.2012 - Niedersachsens SPD will gegen Wulff klagen

Die SPD in Niedersachsen will in der "Causa Wulff" den Staatsgerichtshof in Bückeburg einschalten. Mit einer Individualklage will Heiner Bartling gegen die Regierung des früheren Ministerpräsidenten vorgehen. Der Vorwurf lautet, dass die Landesregierung das Parlament falsch über die Finanzierung des "Nord-Süd-Dialogs" informiert haben soll.

24.01.2012 - Sponsorenwerbung in Wulffs Namen

Das NDR Magazin Menschen und Schlagzeilen berichtet, dass Sponsorengelder für den Nord-Süd-Dialog 2009 im Namen des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff durch die Staatskanzlei eingeworben wurden. Das erhärtet den Verdacht, dass Wulff von dem Vorgang gewusst haben muss - entgegen den Beteuerungen des Bundespräsidenten in den Tagen zuvor.

26.01.2012 - Staatsanwaltschaft durchsucht Glaeseker-Büro

Im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker durchsucht die Staatsanwaltschaft Hannover dessen früheres Büro im Bundespräsidialamt. Ein einmaliger Vorgang in der bundesrepublikanischen Geschichte. Die Behörde hat einen gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss und stellt Computerdateien und Unterlagen sicher.

30.01.2012 - Weitere Geschäftsbeziehungen zu Geerkens

Tagesschau.de berichtet, dass Wulff weitergehende geschäftliche Beziehungen zu Egon Geerkens hatte als bislang eingeräumt. Der Unternehmer soll Mandant der Rechtsanwaltskanzlei gewesen sein, in der auch Wulff über Jahre tätig war. Außerdem soll er die Räume vermietet haben. Im Landtag hatte Wulff 2010 Geschäftsbeziehungen zu Geerkens verneint.

01.02.2012 - Wusste das Bundespräsidialamt früher Bescheid?

Medienberichten zufolge war das Bundespräsidialamt bereits seit Monaten über die umstrittenen Reisen von Wulffs ehemaligem Sprecher Glaeseker informiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Glaeseker aufgrund von Gratis-Reisen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit.

02.02.2012 - Audi angeblich kostenlos gefahren

Der Privatwagen des Ehepaars Wulff macht Schlagzeilen: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sich der Bundespräsident eventuell einer Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. Denn der "Berliner Zeitung" und der "Frankfurter Rundschau" zufolge durften die Wulffs den Audi schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos fahren - einige Monate, bevor das Modell überhaupt in den Handel kam. Wulffs Anwalt Lehr dementierte einen "Prominentenrabatt".

04.02.2012 - Noch ein Auto und eine Gästeliste

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Zur Party "Nord-Süd-Dialog" soll Bettina Wulff eine private Gästeliste vorgelegt haben. (Archiv)

Ministerpräsidenten-Gattin Bettina Wulff hatte einem "Spiegel"-Bericht zufolge veranlasst, dass auch private Freunde zur umstrittenen Lobby-Veranstaltung "Nord-Süd-Dialog 2009" im Flughafen Hannover eingeladen wurden. Entsprechende E-Mails von Bettina Wulff an das Büro ihres Mannes seien auf dem Computer von Christian Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker in einem gesicherten Ordner gefunden worden. Zudem soll der damalige Ministerpräsident vom VW-Konzern einen Škoda zu vergünstigten Konditionen erhalten haben.

08.02.2012 - Wulffs Sylt-Urlaube und die Hilfe des Filmemachers

Und jetzt geht es wieder um die Reisen des Ex-Ministerpräsidenten. Nachdem der NDR bereits Ende Januar vom Engagement des Filmunternehmers Groenewold bei Wulffs Sylt-Urlauben 2007 und 2008 berichtet hat, legt nun die "Bild"-Zeitung nach. Das Blatt will herausgefunden haben, dass Groenewold vor wenigen Wochen versucht hat, entsprechende Hotel-Unterlagen an sich zu bringen.

10.02.2012 - Kommt jetzt noch eine "Handy-Affäre"?

Am Freitag wird bekannt, dass Wulff 2005 ein Firmenhandy von Filmfinanzier Groenewold benutzt hat. Für das Handy gab es laut Groenewolds Anwalt einen Überlassungsvertrag, nach dem Wulff die Kosten für die Rechnung übernahm. Wofür Wulff ein Mobiltelefon brauchte, das auf Groenewolds Namen lief, ist noch unklar - über die Vereinbarung sollte aber "aus privaten Gründen geschwiegen werden", wie Groenewolds Anwalt dem NDR sagte.

11.02.2012 - Landesregierung hat eine Rechnung offen

Am Sonnabend teilt Regierungssprecher Franz Rainer Enste mit, das Land Niedersachsen wolle die Hotelkosten für die Teilnahme der Wulffs am Deutschen Filmball 2010 in München übernehmen. Die Staatskanzlei habe bei der Firma Zentis die Rechnung angefordert, so Enste. Der Marmeladenhersteller hatte für den damaligen Ministerpräsidenten und seine Frau den Eintritt sowie die Hotelkosten beim Filmball übernommen.

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Über die Kontakte zwischen Christian Wulff und David Groenewold (re.) kommen immer mehr Details ans Licht.

Die "Bild am Sonntag" meldet zudem, die Landesregierung unter Ministerpräsident Wulff habe für eine Briefkasten-Firma gebürgt: Das Unternehmen Waterfalls Productions von Filmproduzent Groenewold habe keine Mitarbeiter oder Büros gehabt. Die damalige Landesregierung hatte der Firma eine Bürgschaft über vier Millionen Euro zugesagt.

16.02.2012 - Staatsanwaltschaft beantragt Aufhebung der Immunität

Jetzt wird es richtig eng für den Präsidenten: Am Donnerstag teilt die Staatsanwaltschaft Hannover mit, dass sie die Aufhebung der Immunität von Christian Wulff beantragt habe. Nach Prüfung und Auswertung von Medienberichten gebe es einen Anfangsverdacht. Jetzt muss der Bundestag entscheiden, ob gegen Wulff strafrechtlich ermittelt werden darf.

17.02.2012 - Die kürzeste Amtszeit eines Bundespräsidenten endet

Am Freitag um 11 Uhr verkündet der Bundespräsident seinen Rücktritt. Der Antrag der Staatsanwaltschaft hat sich damit erledigt: Nach der Aufgabe seines Amtes genießt Wulff von Sonnabend an auch keine Immunität mehr. Das förmliche Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Wulff beginnt um Mitternacht.

29.02.2012 - Wulff soll Ehrensold bekommen

Gleich nach Wulffs Rücktritt entbrennt eine Debatte um die Frage, ob er den für ehemalige Bundespräsidenten vorgesehene Ehrensold bekommen soll. Immerhin 199.000 Euro pro Jahr und bis zum Lebensende. Das Bundespräsidialamt prüft und sieht schließlich die Voraussetzungen dafür erfüllt: Wulff sei aus politischen Gründen aus seinem Amt ausgeschieden. Schließlich geben auch die Haushaltsexperten des Bundestages grünes Licht. Nicht nur die Opposition sieht das anders, sondern - laut Umfragen - auch die Mehrheit der Deutschen. Sie fordert einen Verzicht auf das Ehrensold.

02.03.2012 - Staatsanwaltschaft durchsucht Wulffs Haus

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Die Staatsanwaltschaft ist bei Wulffs in Großburgwedel "zu Besuch".

Einsatz in Großburgwedel: Die Staatsanwaltschaft Hannover nimmt sich das Privathaus von Wulff vor. "Der Herr Bundespräsident a.D. ist kooperativ", betont die Ermittlungsbehörde. Unter anderem werden Computer beschlagnahmt. Einen Tag zuvor waren bereits Wohn- und Geschäftsräume des Filmproduzenten David Groenewold durchsucht worden. Gegen Wulff und Groenewold wird wegen möglicher Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung ermittelt.

25.04.2012 - Ermittlungen gegen Groenewold ausgeweitet

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Erklärung gegen Filmfinanzier David Groenewold: Dieser hatte das Ehepaar Wulff 2008 zum Oktoberfest eingeladen und für das Hotelzimmer des damaligen Ministerpräsidenten und seiner Frau angeblich ein Upgrade bezahlt. Nach Erkenntnissen der Ermittler sind jedoch offenbar gar keine Kosten für ein Upgrade entstanden.

27.04.2012 - Groenewold soll Wulffs Security bezahlt haben

Der Filmfinanzier David Groenewold hat 2008 offenbar Hotelkosten für einen Leibwächter von Christian Wulff übernommen. Nach Informationen des NDR Fernsehens zahlte Groenewold 533 Euro für das Einzelzimmer des LKA-Beamten im Münchner Fünf-Sterne-Hotel "Bayerischer Hof". In dem Hotel hatte er auch den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten mit Familie untergebracht und die Kosten dafür zum Teil übernommen.

13.05.2012 - Glaeseker bricht sein Schweigen

Olaf Glaeseker, der ehemalige Sprecher des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff, bricht nach mehreren Monaten sein Schweigen. Glaeseker äußerte sich über seinen Anwalt Guido Frings in einem siebenseitigen Schreiben zu Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem umstrittenen "Nord-Süd-Dialog".

22.05.2012 - Berliner Ermittlungen gegen Wulff beendet

Neben der Staatsanwaltschaft Hannover hatte auch die Berliner Staatsanwaltschaft den Verdacht der Vorteilsnahme bei Christian Wulff geprüft. Die Ermittlungen in der Hauptstadt wurden abgeschlossen, eine endgültige Bewertung gab es aber noch nicht.

22.06.2012 - Wulff wird Zeuge im Glaeseker-Verfahren

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Olaf Glaeseker muss sich wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet, Christian Wulff im Korruptionsverfahren gegen seinen Ex-Sprecher Olaf Glaeseker in den Zeugenstand zu rufen. Die niedersächsische Landesregierung hatte das nach einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover genehmigt.

27.06.2012 - Rechnungshof: Land unterstützte Lobby-Treffen

Der Landesrechnungshof kommt zu dem Schluss, dass zwar keine Steuergelder für die Lobby-Veranstaltungen "Nord-Süd-Dialog" flossen. Das Land hat die Veranstaltungen nach Ansicht der Rechnungsprüfer jedoch in erheblichem Umfang insbesondere durch Mitarbeiter der Staatskanzlei unterstützt.

22.07.2012 - Druck der Staatsanwaltschaft auf Wulff wächst

Christian Wulff gerät offenbar noch stärker ins Visier der Staatsanwaltschaft Hannover. Die Behörde prüft, ob sie die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn ausweiten soll. Wulff soll sich als CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen für Steuererleichterungen für die Versicherungswirtschaft eingesetzt haben.

06.08.2012 - Tagebuch von Glaesekers Frau ausgewertet

Die Staatsanwaltschaft darf die Tagebücher von Olaf Glaesekers Ehefrau Vera einsehen. In den Notizen soll es auch um gemeinsame Urlaube gehen, die Glaeseker mit seiner Frau auf Kosten von Partymacher Manfred Schmidt in Spanien und Frankreich gemacht haben soll. Dafür soll Glaeseker den "Nord-Süd-Dialog" von Schmidt "gefällig gefördert" haben.

11.08.2012 - Wulff sagt erstmals aus

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Christian Wulff erstmals im Verfahren gegen seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker befragt. Wie bekannt wurde, ist Wulff am 29. Juni vernommen worden. Der ehemalige Bundespräsident soll sich von Glaeseker distanziert haben. Wulff will laut Aussage nichts von der Sponsorensuche seines ehemaligen Vertrauten gewusst haben.

24.08.2012 - Nord-Süd-Dialog: Oettinger widerspricht Wulff

Aussagen von Christian Wulff werden erneut infrage gestellt. Nach dem belastenden Aktenvermerk der Nord/LB hat auch Günther Oettinger (CDU), ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Wulff in einem zentralen Punkt widersprochen: "Die Idee des Nord-Süd-Dialogs haben Christian Wulff und ich im persönlichen Gespräch entwickelt", sagte Oettinger. Wulff hat bislang bestritten, aktiv an der Organisation des Lobby-Treffs beteiligt gewesen zu sein.

08.09.2012 - Bettina Wulff: Suche nach Gerüchte-Quelle

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Bettina Wulff geht in die Offensive und wehrt sich gegen die Rotlicht-Gerüchte. (Archivbild)

Seit Jahren kursieren Gerüchte, dass Wulffs Ehefrau Bettina eine Vergangenheit im Rotlichtmilieu hat. Wer hat die Behauptung eigentlich in die Welt gesetzt? Laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) sind die Gerüchte schon 2006 gestreut worden - und zwar in der niedersächsischen CDU. Namen nennt die "SZ" allerdings nicht. Wollten Parteifreunde dem damaligen Ministerpräsidenten schaden? Bettina Wulff geht juristisch gegen die Gerüchte vor.

08.09.2012 - Jauch weist Vorwürfe von Bettina Wulff zurück

ARD-Moderator Günther Jauch widerspricht Bettina Wulffs Vorwürfen, er habe Ende 2011 Gerüchte über das Vorleben der ehemaligen "First Lady" verbreitet. "Ich habe niemals über Frau Wulff eine falsche Tatsachenbehauptung aufgestellt, sondern lediglich aus einem Artikel der 'Berliner Zeitung' zitiert", sagte Jauch in einer über seinen Anwalt herausgegebenen Erklärung.

11.09.2012 - First Lady als Escort-Lady? "Einfach Quatsch"

Bettina Wulff setzt sich nun auch mit ihrer Autobiografie zur Wehr. "Ich habe nie als Escort-Lady gearbeitet, das ist einfach absoluter Quatsch", schreibt sie in "Jenseits des Protokolls". Das 200-seitige Buch war eigentlich für November angekündigt, liegt nun aber schon seit Montag in vielen Buchhandlungen aus.

30.09.2012 - Neue Vorwürfe gegen Christian Wulff

Wie der "Spiegel" berichtet, soll Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident persönlich um Gelder bei Siemens geworben. Angeblich sei es dabei um die Finanzierung eines Films seines Freundes David Groenewold gegangen. Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte, dass "in die Richtung" ermittelt werde.

07.10.2012 - Zeitung: Wulff war knapp bei Kasse

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" soll Wulff nach seiner Scheidung 2007 finanzielle Schwierigkeiten gehabt haben. Der befreundete Unternehmer Egon Geerkens habe ihm deshalb 90.000 Euro geliehen.

09.10.2012 - Staatsanwaltschaft Hannover legt Zwischenbericht vor

Die Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass sie ihre Ermittlungen gegen Wulff vorerst nicht ausweiten will. Offen war zuvor, ob die Ermittler die Beziehungen zwischen Wulff und dem Talanx-Aufsichtsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Baumgartl einbeziehen würden. Wulff hatte sich als Ministerpräsident für Steuererleichterungen in der Versicherungsbranche eingesetzt und kurz darauf seine Hochzeitsreise in einer Villa verbracht, die Baumgartl gehört. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft lag hier kein strafbares Verhalten vor.

02.12.2012 - Keine Anklage vor der Landtagswahl

Die Staatsanwaltschaft Hannover wird laut "Spiegel" höchstwahrscheinlich erst nach der niedersächsischen Landtagswahl am 20. Januar über eine Anklageerhebung gegen Wulff entscheiden. David Groenewold soll demnach zuerst zu Fragen der Staatsanwaltschaft Stellung nehmen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 29.10.2016 | 19:30 Uhr

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