Stand: 01.11.2019 08:28 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Zunge steckt in Flasche: Pfiffige Ärzte wissen Rat

Ärzte in Hannover haben einen Siebenjährigen mit einem Trick aus einer äußerst misslichen Lage befreit. Der Junge war vor einigen Wochen beim Saftauslecken mit der Zunge in einer Glasflasche stecken geblieben und deshalb ins Kinderkrankenhaus Auf der Bult eingeliefert worden. In der Notaufnahme schoben ihm die Mediziner daraufhin eine dünne Kunststoffkanüle zwischen Zunge und Flaschenhals und spritzten 60 Milliliter Luft hinein. Durch den Überdruck konnte die bereits violett verfärbte Zunge herausgedrückt werden. Über den Fall wurde in der jüngsten Ausgabe des "European Journal of Anaesthesiology" berichtet.

VIDEO: Zunge in Flasche stecken geblieben - Was tun? (2 Min)

Weinflasche als Ideengeber

Zunächst hatten die Ärzte vergeblich versucht, den Flaschenrand gleitfähig zu machen. Einer der Mediziner kam dann auf die Idee mit der Luftspritze, weil er dem Bericht zufolge mit der gleichen Technik als junger Assistenzarzt einmal eine Weinflasche geöffnet hatte, als kein Korkenzieher zur Hand war. Nach der erfolgreichen "Operation" blieb der Junge noch 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik, nach 14 Tagen war von dem Bluterguss und der Schwellung nichts mehr zu sehen.

Bislang übliche Methoden gefährlicher

Es kommt immer mal wieder vor, dass Kinder mit der Zunge in Flaschen stecken bleiben. In den meisten Fällen, die in der Fachliteratur beschrieben wurden, mussten die Flaschen aus Glas, Plastik oder Metall zerschnitten werden, manchmal sogar mit Hilfe der Feuerwehr. Das bedeutete jedoch eine höhere Verletzungsgefahr, sagte der Arzt aus Hannover. Zudem seien in den bekannten früheren Fällen eine Vollnarkose, eine örtliche Betäubung oder sogar Intubationen nötig gewesen. Die Überdruck-Methode dagegen sei simpel, effektiv und sicher.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional | 01.11.2019 | 17:00 Uhr

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