Über dem Gelände der Deutschen Messe AG in Laatzen ist das Logo der Hannover Messe zu sehen. © Deutsche Messe AG

Zukunft der Deutschen Messe AG: Fortschritte bei Gesprächen

Stand: 01.12.2020 17:06 Uhr

In den Gesprächen um die Zukunft der Deutschen Messe AG hat die Arbeitnehmerseite ihr Angebot erhöht. Das Unternehmen ist durch die Corona-Krise angeschlagen.

Laut IG Metall sind die Gewerkschaft und der Betriebsrat unter anderem dazu bereit, 186 Stellen streichen zu lassen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Der Messe-Vorstand wollte zuletzt rund 280 Stellen abbauen. Die neuen Sparvorschläge haben laut Gewerkschaft einen Umfang von rund 200 Millionen Euro.

Führungskräfte-Personal soll reduziert werden

Das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover als Eigner der Messe fordern für eine Bürgschaftszusage, dass die Personalkosten bei dem kriselnden Unternehmen reduziert werden. Die Gewerkschaft ist nach eigenen Angaben bereit, unter anderem flexibleren Regelungen zur Kurzarbeit für das kommende Jahr zuzustimmen. Außerdem will die IG Metall eine Arbeitszeitabsenkung ab 2022 für bis zu sechs Jahre bei Teil-Entgeltausgleich akzeptieren. Zudem macht sich die Gewerkschaft für eine Personalkostenreduktion und Personalabbau bei Führungskräften stark.

Gewerkschaft: "Riesiges Einsparvolumen erarbeitet"

Darüber hinaus stimmen IG Metall und Betriebsrat zu, den Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrag von 2016 und Betriebsvereinbarungen zu verändern, die eigentlich erst zur Jahresmitte 2024 kündbar wären. "Wir haben ein riesiges Einsparvolumen erarbeitet und bauen Personal sozialverträglich ab", sagte Dirk Schulze, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hannover. "Mit dem neuen Lösungsvorschlag sichert die Arbeitnehmerseite den Fortbestand und die Zukunft der Messe in Hannover", so der Betriebsratsvorsitzende Karsten Scheibe.

Geschäftsführung soll ebenfalls Eigenbeitrag leisten

Nach Angaben der IG Metall sind die Zusagen allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft. Unter anderem müsse die "Insolvenzdrohung vom Tisch", hieß es von Gewerkschaftsseite. Außerdem sollen bis zum Ende des Jahres 2030 betriebsbedingte Kündigungen und Outsourcing-Maßnahmen ausgeschlossen werden. Zudem müssten Vorstand, Geschäftsführer und Führungskräfte einen Eigenbeitrag mindestens in gleicher Relation einbringen wie die Tarifbeschäftigten. Zukünftige Ruheständler sollen ihre üppigen Zusagen zugunsten der Deutschen Messe auf die aktuelle Pensionsrichtlinie reduzieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 01.12.2020 | 14:30 Uhr

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