Zukunft der Landwirtschaft: Landtag diskutiert Höfesterben

Stand: 07.07.2021 20:12 Uhr

Niedersachsens Landwirtschaft befindet sich im Strukturwandel. Die Zahl der Höfe, auf denen der Betrieb eingestellt wird, steigt. Das war am Mittwoch Thema im Landtag.

Die FDP nahm die Situation der Landwirte an diesen zweiten Plenartag in den Fokus. Niedersachsen erlebe ein staatliches beschlossenes Höfesterben, sagte der Agrarexperte Hermann Grupe. "Was in den vergangenen Monaten durchgeprügelt wurde, das wird unzählige bäuerliche Existenzen kosten. Unsere Betriebe sagen, dass können wir nicht mehr leisten."

Grüne: Niedrige Erzeugerpreise sind Ursache

Die SPD-Abgeordnete Thordies Hanisch hielt dagegen: Die Landesregierung gehe Schritte, um die Landwirte wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig für mehr Tierwohl und mehr Umweltschutz zu sorgen. Die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte stimmte der FDP in Teilen zu. Das Höfesterben sei ein großes Problem. Schließlich sei die Zahl der Betriebe in den letzten zehn Jahren um 15 Prozent gesunken. Derzeit gebe es noch 35.500 hauptberufliche Landwirte in Niedersachsen, 6.200 weniger als vor einem Jahrzehnt. Doch, so entgegnete Staudte dem liberalen Oppositionspartner: "Es ist nicht so, dass die Umweltauflagen die Ursachen sind. Die wirklichen Ursachen sind die niedrigen Erzeugerpreise, die schon lange nicht gewinnbringend sind."

Otte-Kinast: Landesregierung gestalte Zukunft der Landwirtschaft

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) erwiderte und sagte, die Landesregierung nehme kein Höfesterben in Kauf, sondern handele aktiv, um die Zukunft der Landwirtschaft in Niedersachsen zu gestalten. Otte-Kinast verwies auf bereits erarbeitete Strategien zur Nutztierhaltung, zum Ackerbau und zum Grünland sowie zum Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz, den Niedersächsischen Weg. Bald komme noch eine Niedersächsische Ernährungsstrategie dazu. All dies habe zum Ziel, dass Landwirte die Anforderungen der Gesellschaft nach mehr Klima- oder Artenschutz oder mehr Tierwohl erfüllen könnten - gleichzeitig aber auch wirtschaftlich bestehen.

Weitere Informationen
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) spricht im Landtag. © NDR

EU-Kritik: Ministerin Otte-Kinast verteidigt Düngeregelung

Das Land Niedersachsen blicke einer Überprüfung der sogenannten roten Gebiete "sehr selbstbewusst" entgegen, sagte sie. (07.07.21) mehr

Zwei Männer stehen am Rand eines Getreidefeldes.
4 Min

Können konventionelle Bauern und Biobauern nicht miteinander?

Dass dieses Vorurteil nicht immer zutrifft, zeigen zwei Landwirte, die in Rittmarshausen gemeinsame Sache machen. (05.07.21) 4 Min

Ein Feld mit Blaubeeren beziehungsweise Heidelbeeren. © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Saisonstart: Heidelbeer-Bauern erwarten steigende Erträge

Die Landwirte sind in dieser Erntesaison trotz Frühjahrs-Frösten guter Dinge. Niedersachsen ist das größte Anbaugebiet. (03.07.21) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.07.2021 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Mehrere Menschen tanzen in einer Diskothek. © picture alliance/dpa Foto: Horst Ossinger

Corona: OVG kippt Schließung von Clubs bei Inzidenz über 10

Das gilt auch für Shisha-Bars. Aus Sicht des Gerichts handelt es sich um keine notwendige Schutzmaßnahme. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen