Stand: 23.01.2020 21:24 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

K+S will Sigmundshall mit Salzlauge fluten

Nach den Plänen von K+S soll das stillgelegte Kalibergwerk Sigmundshall mit Salzlauge geflutet werden.

Jahrzehntelang hat der hessische Düngemittelhersteller K+S seine Salzlauge in die Werra geleitet - und damit auch die durch Niedersachsen fließende Weser belastet. Über Alternativen wird seit Jahren diskutiert. So war in der Vergangenheit schon die Rede von einer Pipeline, die die Produktionsabwässer in die Oberweser oder in die Nordsee leitet. Im vergangenen August einigte sich K+S mit den betroffenen Bundesländern auf ein anderes Konzept. Wie erst jetzt bekannt wurde, gehört dazu auch, dass das stillgelegte K+S Kalibergwerk Sigmundshall bei Wunstorf (Region Hannover) geflutet wird.

Sechs Züge mit Salzlauge pro Tag

Um die Abwässer ins Bergwerk zu befördern, will der Düngemittelhersteller entweder eine Wasserentladestation zwischen Haste und Hohnhorst bauen. Die würden dann sechs Züge pro Tag mit Salzlauge an sechs Tagen pro Woche anfahren. Sigmundshall habe viel Platz, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Züge würden wohl 15 Jahre lang rollen. Vom Bahnhof aus könnte dann eine kurze Pipeline die Salzlauge nach Sigmundshall transportieren. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, die der Konzern in Erwägung zieht: Die Lauge könnte auch beim K+S Werk in Sehnde entladen werden - dort gibt es bereits eine Wasserentladestation. Die Salzabwässer könnten dann per Schiff über den Mittellandkanal weiter in Richtung Wunstorf transportiert werden.

Anwohnern droht Lärm-Belastung

In der Region stoßen diese Pläne jedoch auf Kritik. "Wir werden uns gegen den Entlade-Bahnhof wehren", sagte der Bürgermeister der Samtgemeinde Nenndorf Mike Schmidt. "Wir können nicht akzeptieren, dass die Abwasser-Züge nur 150 Meter entfernt vom nächsten Anwohner entladen werden." Das gehe allein schon wegen des Lärms nicht - da sei er sich mit den betroffenen Ortsbürgermeistern einig, so Schmidt.

Samtgemeindebürgermeister will Entladebahnhof verhindern

Ob sich K+S am Ende für die Variante auf der Schiene oder Sehnde entscheidet, ist derzeit noch unklar. Es spiele am Ende eine Rolle, welche Variante sich leichter verwirklichen lasse, sagte der Unternehmenssprecher. Derzeit fehlten allerdings noch ein paar Entscheidungskriterien. "Sobald wir die haben, werden wir darüber auch informieren", so der Sprecher. Nenndorfs Samtgemeinde-Bürgermeister verspricht, das weitere Verfahren genau zu beobachten. "Wir werden versuchen, den Entladebanhof zu verhindern", sagte er.


23.01.2020 21:25 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung des Textes war der Entladebahnhof in Bad Nenndorf und nicht zwischen Haste und Hohnhorst verortet. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.01.2020 | 06:30 Uhr

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