Stand: 18.09.2020 09:29 Uhr

Wolfskameras im Burgdorfer Holz gestohlen

Blick in den Burgdorfer Forst. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg
Im Burgdorfer Holz hat ein Wolfspaar in diesem Frühjahr acht Junge bekommen.

Im Burgdorfer Holz nordöstlich von Hannover haben Wolfsforscher der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) bislang mithilfe von Wildkameras Wölfe beobachtet. Jetzt haben Unbekannte die Kameras gestohlen. Die Forscher sind entsetzt. "Für uns Wissenschaftler ist es extrem frustrierend, dass so unser Projekt beendet wird", sagte Friederike Gethöffer, die an der TiHo zu den Wanderbewegungen und der Ernährung der niedersächsischen Wolfsrudel forscht. Mithilfe der Kameras habe man viele Daten sammeln können, sagte Gethöffer. Nun jedoch nicht mehr. Die Forscher wollen Anzeige erstatten.

Wolfskameras auch andernorts zerstört

Die Wissenschaftlerin vermutet, dass Medienberichte den Ausschlag für die Tat gaben. Darin seien Schafsrisse mit einem Video von acht Wolfswelpen aus dem Waldstück in Zusammenhang gebracht worden. Das Anfang 2019 in dem Gebiet nachgewiesene Wolfspaar hat in diesem Frühjahr erstmals Junge bekommen. Der zuständige Wolfsberater Thomas Behling beobachtet zunehmende Unruhe unter Tierhaltern in der Region. Er verurteilte die Zerstörung der Kameras: "Es ist schade, dass die wissenschaftliche Arbeit auf diese Weise unterlaufen wird." Der Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, Raoul Reding, sagte, dass auch an anderen Orten bereits Kameras zerstört worden seien. Hinter den Sabotagen vermutet er extremistische Wolfsschützer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2020 | 09:30 Uhr

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