Stand: 17.06.2019 18:54 Uhr

Wolf: Tierhalter kritisieren Lies' Jagd-Management

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Bisher hatten die mit der Jagd auf den Rodewalder Wolf beauftragten Jäger keinen Erfolg. (Themenbild)

Ein Wolf und kein Ende: Niedersächsische Weidetierhalter beklagen, dass der von Jägern gesuchte Rodewalder Wolf noch immer nicht geschossen worden ist. Das Leittier eines Rudels war Ende Januar zum Abschuss freigegeben worden. Danach wurden die Fristen zuverlässig monatlich verlängert. Der aktuelle Abschuss-Zeitraum läuft bis Ende Juni. Der Wolf soll getötet werden, weil er Schutzzäune überwun8den und Nutztiere wie Rinder, Alpakas und Schafe sowie Ponys gerissen hatte. Das Tier streift durch ein rund 600 Quadratkilometer großes Gebiet im Landkreis Nienburg, in der Region Hannover und in dem Heidekreis. Der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Niedersachsens ehemaliger Agrarminister Christian Meyer, forderte die Offenlegung aller Kosten, die die erfolglose Wolfsjagd bisher verursacht hat.

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Nutztierhalter kritisieren erfolglose Jagdbemühungen

Die Weidehalter kritisieren, dass das Problem noch nicht gelöst sei. "Ich spreche Umweltminister Lies schon zu, dass er den ernsthaften Willen hat, das Tier zu entnehmen", sagte der Vizepräsident des Landvolks, Jörn Ehlers. Es fehle dem Umweltministerium offenbar an ausreichend Personal. "Es müssen doch Wege gefunden werden, dass man in so einem Fall mal den Finger krumm macht." Ehlers kritisierte zudem, dass Tierhalter zu lange darauf warten müssten, bis Bewilligungsanträge für den vom Land subventionierten Bau von Schutzzäunen gegen den Wolf bearbeitet seien. Die Behörde von Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte im März voreilig gemeldet, dass das Tier bis Ende März entnommen werde.

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Weidehalter fordern Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht

Die Tierhalter fordern derweil, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Als Beispiel nannte Ehlers das Baltikum. Ziel sei es, dadurch eine erlernbare Verhaltensänderung herbeizuführen. "Die Tiere würden die Scheu vor dem Menschen, die ihnen zugesprochen wird, wieder erleben", sagte Ehlers. Wölfe sind in Deutschland artenschutzrechtlich streng geschützt. Für eine sogenannte Entnahme ist eine Sondergenehmigung vonnöten.

Tierschützer klagen gegen Abschussgenehmigung

Derweil haben Tierschützer Klage gegen die Abschussgenehmigung eingereicht. Sie argumentieren eigenen Angaben zufolge unter anderem damit, dass die entscheidungsbefugte Behörde, der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), ihre "rechtlich gebotenen Alternativmaßnahmen" nicht ausgeschöpft habe. Andere Wolfsfreunde streifen durch die Wälder und versuchen, das Tier mit Lärm fernzuhalten. "Das Land müsste ein Betretungsverbot aussprechen für die Naturromantiker, die in dem Gebiet stören, damit das Tier konzentriert erlegt werden kann", sagte Wendelin Schmücker vom Förderverein der Deutschen Schafhaltung am Montag in Hannover.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.06.2019 | 16:00 Uhr

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