Stand: 08.03.2019 17:02 Uhr

Wieder neuer Investor im Ihme-Zentrum in Hannover

Das Ihme-Zentrum wurde in den 70er-Jahren als Stadt in der Stadt konzipiert: Heute ist es sanierungsbedürftig. (Archivaufnahme)

Der bisherige Großinvestor des Ihme-Zentrums in Hannover hat überraschend seinen Anteil verkauft. Das hat die Stadt Hannover laut NDR 1 Niedersachsen bestätigt. Erst zu Beginn des Jahres hatte der bisherige Eigentümer, die Berliner Intown-Gruppe, damit begonnen, die Fassade sanieren zu lassen. Die Rathaus-Verantwortlichen sehen nun den neuen Besitzer in der Pflicht. Wörtlich heißt es: Die Entwicklung des Ihme-Zentrums befinde sich im gesamtstädtischen Interesse. Die Stadt hoffe, mit dem neuen Eigentümer konstruktiv zusammenarbeiten zu können. Käufer des sanierungsbedürftigen Wohn-, Verwaltungs- und Gewerbekomplexes ist die in Luxemburg ansässige Civitas Property Group. Sie bezeichnet sich selbst als nachhaltig agierendes Immobilien-Unternehmen. Über den Kaufpreis ist bisher nichts bekannt.

Ihme-Zentrum mit neuem Investor und alter Fassade

Investor einstiges Wunderkind der Investment-Branche

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) zufolge plant der Investor zeitnah weitere Investitionen und will diesen nachhaltig attraktiv gestalten. In rund zwei Wochen ist demnach in Hannover ein Treffen mit Lars Windhorst, dem Vorstandschef und Mitbegründer der Civitas-Muttergesellschaft Sapinda, geplant. Der 42-jährige Windhorst gilt als schillernde Persönlichkeit der Investment-Branche. In den 90er-Jahren hatte er als Jugendlicher mit einer eigenen Computerfirma Millionenumsätze gemacht und galt als Schützling von Altkanzler Helmut Kohl. Als das Geschäft während der New-Economy-Phase einbrach, setzte Windhorst auf Finanzdienstleistungen. 2010 wurde er wegen Veruntreuung von einer Million Euro aus dem eigenen Unternehmen zu einer Geldstrafe und einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Bewohner warten seit Jahren auf Sanierung

Die Berliner Intown-Gruppe hatte Teile des Ihme-Zentrums 2015 übernommen. Die Bewohner des Ihme-Zentrums warten seit Jahren auf Baumaßnahmen in dem maroden Komplex an der Ihme. Intown hatte die Sanierungsarbeiten jahrelang hinausgezögert. Im Juli 2018 stimmten Eigentümerversammlung und Stadt Hannover, die ebenfalls Mieterin ist, schließlich den Plänen des Großinvestors aus Berlin zu, nach denen die Fassade und Teile des Dachs instand gesetzt und modernisiert werden sollten. Wie sich der Eigentümerwechsel auf die weitere Sanierung auswirkt, ist bislang unklar.

Größtes gegossenes Beton-Fundament Europas

Das Ihme-Zentrum im Stadtteil Linden wurde in den 1970er-Jahren als Stadt in der Stadt konzipiert. Errichtet an den Ufern des Flusses Ihme, steht der Komplex auf dem größten gegossenen Beton-Fundament Europas. Die Gesamtfläche beträgt rund 285.000 Quadratmeter. Davon sind 105.000 Quadratmeter gewerbliche Flächen, darunter Büro- und Geschäftsräume. Die rund 860 Wohnungen haben eine Fläche von mehr als 66.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die Hamburger Elbphilharmonie hat eine Brutto-Gesamtfläche von rund 120.000 Quadratmetern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.03.2019 | 17:00 Uhr

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