Stand: 17.06.2019 19:05 Uhr

Weltkongress der Straßenmagazine in Hannover

Volker Macke (links), Redaktionsleiter von "Asphalt", fordert eine höhere Zuverdienstgrenze für Verkäufer von Straßenmagazinen. (Archivfoto)

In Hannover hat am Montag der Internationale Kongress der Straßenzeitungen begonnen. Rund 120 Vertreter von Magazinen aus der ganzen Welt kommen in die Landeshauptstadt, um gemeinsam nach besseren Wegen zur Hilfe für Obdach- und Wohnungslose zu suchen, wie die Region Hannover mitteilte. In Hannover selber erscheint die "Asphalt", die in diesem Jahr Jubiläum feiert: Das Magazin wurde vor 25 Jahren gegründet. "An die Stelle von kräftezehrenden Medienmarktgefechten setzen Straßenzeitungen ein Miteinander bei der Suche nach dem besten Weg", sagte der "Asphalt"-Redaktionsleiter Volker Macke zu Beginn des Treffens. Macke ist zudem Sprecher der deutschsprachigen Straßenzeitungen im veranstaltenden International Network of Streetpapers (INSP). In dieser Funktion fordert Macke eine höhere Zuverdienstgrenze für Hartz-IV-Empfänger.

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Der "Blick von der Straße"

Die derzeitige Grenze liege in Deutschland bei gut 100 Euro und sei in nur wenigen anderen Ländern der Welt so niedrig angesetzt. Eine Zuverdienstgrenze von 400 Euro würde denjenigen helfen, die wegen ihrer besonderen Umstände keine andere Tätigkeit ausüben könnten, als eine Straßenzeitung zu verkaufen. INSP-Vorstandsmitglied Paola Gallo sagte auch, dank der Straßenmagazine hätten die Straßenverkäufer heute ein würdiges Einkommen. "Diese Leute haben keine Lobby", betonte Gallo: "Die Straßenzeitungen geben ihnen eine Stimme und ein Gesicht." Zudem widmeten sich die Blätter mit einem besonderen "Blick von der Straße" den wichtigen gesellschaftlichen Problemen.

20.500 Straßenverkäufer weltweit

Das Modell der Straßenzeitungen gibt es momentan in 35 Ländern. Das in Glasgow ansässige INSP unterstützt eigenen Angaben zufolge mehr als 100 Straßenzeitungen. Sie werden in 25 Sprachen verfasst und weltweit von 4,6 Millionen Menschen pro Ausgabe gelesen. Im vergangenen Jahr verkauften 20.500 Straßenverkäufer 19,4 Millionen Exemplare und verdienten insgesamt mehr als 27 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 17.06.2019 | 10:30 Uhr

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