Eine Montage von Prinz August Senior und Junior. © Picture Alliance Foto: Jochen Lübke / Holger Hollemann

Welfen-Streit: Prozess in Hannover um Marienburg vertagt

Stand: 23.11.2021 15:10 Uhr

Ernst August Prinz von Hannover verlangt von seinem Sohn unter anderem die Marienburg zurück. Die Verhandlung vor dem Landgericht Hannover sollte am 25. November beginnen, wurde nun aber vertagt.

Der gerichtliche Verhandlungstermin sei auf den 24. März 2022 verlegt worden, teilte das Gericht am Dienstag mit. Der bisherige Prozessbevollmächtigte der beiden Kläger habe das Mandat kurzfristig niedergelegt, hieß es zur Begründung. Neben dem 67-jährigen Welfenprinz klagt eine Firma aus Salzburg. Für dieses Unternehmen gebe es nun einen neuen Prozessbevollmächtigten, der die Verlegung des Termins beantragt habe.

Welfen-Oberhaupt fordert auch Fürstenhaus Herrenhausen zurück

Wenn es dann soweit ist, müssen der Vater und sein Sohn, Ernst August Erbprinz von Hannover, persönlich zur Verhandlung erscheinen. Das hatte das Landgericht Hannover angeordnet. Das Oberhaupt der Welfen fordert von seinem Sohn die Rückübereignung der Marienburg in Pattensen (Region Hannover), des Hausguts Calenberg in der Gemeinde Pattensen-Schulenburg und des Fürstenhauses Herrenhausen in Hannover. Die Klage ist seit Ende 2020 anhängig.

Vater wirft Sohn groben Undank vor

Der 67-Jährige hatte seinem Sohn den Grundbesitz in den Jahren 2004 und 2007 geschenkt. In der Klage wirft er seinem Sohn vor, dass dieser sich "grob undankbar" verhalten habe. Der 38-Jährige habe sich "schwerwiegend an den Rechten, Rechtsgütern und Interessen des Klägers vergriffen", heißt es. So habe der Sohn "die Absetzung des Klägers als Vorstand der Familienstiftung betrieben" und hinter dem Rücken des Vaters versucht, das Vermögen des Hauses Hannover unter seine Kontrolle zu bringen. Er soll sich unter anderem der Familie gehörende Kunstwerke und Antiquitäten aus der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und aus dem Historischen Museum Hannover unrechtmäßig angeeignet haben.

Sohn: "Alle Argumente bereits entkräftet"

"Alle Argumente der Klage sind in der Vergangenheit bereits außergerichtlich entkräftet worden", sagte Ernst August Erbprinz von Hannover zur bevorstehenden Verhandlung. "Der gerichtlichen Auseinandersetzung sehe ich vor diesem Hintergrund gelassen entgegen."

Ursprünglich hatte er die Marienburg, ehemalige Sommerresidenz der Welfen, für einen Euro an die öffentliche Hand verkaufen wollen. Nach dem Einspruch des Vaters scheiterte der mit der niedersächsischen Landesregierung ausgehandelte Deal. Danach wurden Schloss und Inventar in eine Stiftung überführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.11.2021 | 15:00 Uhr

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