Stand: 16.08.2020 12:54 Uhr

Wegen Corona: Viele Tierheime in Existenznot

Zwei Hunde stehen hinter Gittern. © NDR Foto: Florian Kneifeld
Durch Corona fehlen vielen Tierheimen Einnahmen. Dafür vermitteln sie mehr Haustiere als sonst. (Themenbild)

In Deutschland sind viele Vereine durch die Corona-Krise in Existenznot geraten. Das gilt auch für Tierheime. Obwohl diese momentan einen Ansturm erfahren und mehr Tiere vermitteln als sonst, fehlen ihnen überlebenswichtige Einnahmen. "Wir verzeichnen eine deutlich gestiegene Nachfrage", sagte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ungeachtet dessen sei die wirtschaftliche Lage der Tierheime aber "vielfach existenzgefährdend" - auch bei Tierheimen in Niedersachsen.

Tierheimen fehlen Einnahmen

Dem Tierheim in Hildesheim fehlen Aktionen wie der Ferienpass und ein Tag der offenen Tür. Dadurch generiere der Verein in Normalzeiten viele Spenden, wie Anja Beschorner-Schulze gegenüber NDR 1 Niedersachsen sagt. Dem Tierheim Wunstorf fehlen Einnahmen durch Pensionstiere, sagte Andreas Bornemann. Um die Einrichtung wieder ins Bewusstsein zu rücken, dürfen inzwischen auch wieder mehr Besucher kommen; allerdings nur angemeldet und in kleinen Gruppen.

 

Positiv: Weniger Aufnahmen, mehr Vermittlungen

Doch es gibt offenbar auch positive Entwicklungen in der Krise. Es würden weniger Tiere in der Urlaubs- und Ferienzeit abgegeben, sagt Beschorner-Schulze. In Stadthagen und Hannover liegen Tierheim-Tiere als neue Mitbewohner im Trend. Wir könnten vermitteln wie verrückt, sagt Kerstin Kassner, Einrichtungsleiterin in Stadthagen. Katja Marnettee vom Tierheim Hannover sagt, dass Tiere vermittelt würden, die seit einiger Zeit im Heim lebten. Die Sorge, dass viele neue Tiere im Heim landen, weil die Besitzer durch Corona ins Krankenhaus kommen, habe sich glücklicherweise nicht bestätigt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 14.08.2020 | 17:00 Uhr

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