Ein Schild zeigt den Weg zu einer Verbraucherzentrale. © Picture Alliance Foto: Hendrik Schmidt

Verbraucherschutz: Bis zu 1.000 Telefonate pro Woche

Stand: 20.10.2020 14:48 Uhr

In der Corona-Krise sind die Anfragen bei den niedersächsischen Verbraucherschützern massiv angestiegen. Am häufigsten ging es um stornierte Reisen und Laufzeitverträge in Fitnessstudios.

Damit haben sich die Themen während der Corona-Pandemie deutlich geändert. Vor der Krise hatten die meisten Kunden Beratungsbedarf rund um Telefon- und Internet-Komplettpakete und Mobilfunk. Vor der Krise habe es gut 200 telefonische Beratungen pro Woche gegeben, nun seien allein am Telefon und per Video bis zu 700 Beratungsgespräche wöchentlich geführt worden, teilte die Verbraucherzentrale Niedersachsen am Dienstag mit. In der Zeit der besonders strengen Regeln im Frühjahr sogar rund 1.000. Und die tatsächliche Nachfrage sei noch höher gewesen. Weil das nötige Personal fehle, hätten nicht alle Anfragen beantwortet werden können, heißt es. Die Sachverhalte seien oft neu und juristisch teils anspruchsvoll, so Geschäftsführerin Petra Kristandt. Viele Fragen seien nicht in wenigen Minuten abzuhandeln. Außerdem werde immer der Einzelfall betrachtet.

"Frust der Verbraucher deutlich zu spüren"

Im Streit mit Unternehmen der Reise- und Veranstaltungsbranche gehe es um hohe Summen, die die Anbieter teils unrechtmäßig einbehielten. "Bei den Verbrauchern ist der Frust über das unanständige Geschäftsgebaren inzwischen deutlich zu spüren", sagte Kristandt. So habe es etwa Ärger um eine Pauschalreise gegeben, die der Veranstalter trotz Reisewarnung nicht kostenlos stornieren wollte, mit dem Hinweis, dass die Corona-Pandemie zum "allgemeinen Lebensrisiko" gehöre. Da ist die Rechtslage laut Verbraucherzentrale aber eindeutig - und zwar anders.

Verbraucherzentrale fordert mehr Geld

Geschäftsführerin Kristandt forderte zudem eine bessere finanzielle Ausstattung des Verbraucherschutzes. Die Förderung des Landes über das Glücksspielgesetz müsse von derzeit 1,5 Millionen Euro auf 2 Millionen Euro jährlich steigen. Außerdem müssten zehn zusätzliche Kräfte eingesetzt werden.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2020 | 15:00 Uhr

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