Stand: 26.05.2020 10:50 Uhr

"Unerträglich" - Uni distanziert sich von Homburg

Ein Porträtbild von Finanzwissenschaftler Professor Stefan Homburg. © dpa-Zentralbild Foto: Karlheinz Schindler
Finanzprofessor Stefan Homburg polarisiert mit Aussagen über den Umgang der Politik mit der Corona-Pandemie (Archivfoto).

Die Hochschulspitze der Leibniz-Universität Hannover distanziert sich von Finanz-Professor Stefan Homburg. Der Ökonom hatte die Corona-Auflagen mehrfach für unnötig erklärt. Vor zweieinhalb Wochen hatte er als Redner auf einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Stuttgart die momentanen Verhältnisse mit dem Beginn des Dritten Reichs verglichen. Senat, Präsidium und Hochschulrat wiesen die Aussage des Professors nun zurück, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Uni nennt Vergleich mit 1933 "unerträglich"

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Das Jahr 1933 sei durch die Machtübernahme der NSDAP, den Reichstagsbrand, den Bau des ersten Konzentrationslagers in Dachau und verbrannte Bücher geprägt. Dies öffentlich mit den Verhältnissen im Jahr 2020 gleichzusetzen, sei unerträglich und verharmlose die Geschehnisse des Jahres 1933, teilte die Uni mit. Man respektiere die Grundrechte, sich frei äußern sowie frei forschen und lehren zu können. Diese Freiheit sehe man aber in Gefahr, wenn es vermischt werde, sich politisch zu betätigen und gleichzeitig seine wissenschaftliche Meinung zu äußern.

Sanktionen rechtlich nicht möglich

Mögliche Sanktionen gegen den Professor für Öffentliche Finanzen sind unwahrscheinlich. Es sei rechtlich nicht möglich, den Aktivitäten Homburgs zu begegnen, so die Uni. Studierenden-Gruppen fordern dagegen, ihn von der Lehre zu entbinden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 26.05.2020 | 06:30 Uhr

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