Eine Katze liegt gähnend unter einer Bettdecke. © chhmz / photocase.de Foto: chhmz / photocase.de

Umfrage: Jeder Zweite leidet unter Zeitumstellung

Stand: 26.10.2021 15:22 Uhr

In der Nacht zu Sonntag wird wieder an der Uhr gedreht - dann gilt die Winterzeit. Das bringt eine zusätzliche Stunde. Dennoch ist die Umstellung unbeliebt, wie eine Untersuchung erneut zeigt.

Laut der am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Hannover leidet jede und jeder Zweite nach der Zeitumstellung unter Gereiztheit oder Schlafproblemen. Vor allem Frauen und Familien mit kleinen Kindern fühlen sich demnach belastet, etwa, weil der Alltag aus dem Tritt kommt. In Haushalten mit Kindern unter zwölf Jahren gehört laut KKH-Umfrage in rund jeder dritten Familie schlechte Laune nach dem Uhrendreh zum Alltag.

Beschwerden nehmen zu

Zur Zeitumstellung lässt die KKH seit mehreren Jahren in unregelmäßigen Abständen Umfragen erstellen. Gegenüber früheren Untersuchungen zeigt sich eine Zunahme der Beschwerden: 2016 hatten 33 Prozent der etwa 1.000 Befragten im Alter von 18 bis 70 Jahren angegeben, unter Gereiztheit oder Schlafproblemen zu leiden. Bei einer Umfrage im Jahr 2019 waren es 43 Prozent der Befragten.

Ärztin: Regelmäßige Pausen besser als Koffein

Eine Entwicklung lässt sich auch bei den Strategien gegen üble Laune aufgrund der Zeitumstellung anhand der Umfragen beobachten. Demnach greifen weniger Menschen zum Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken. 2016 setzte noch jede vierte Person darauf. Laut aktueller Umfrage machen das fünf Jahre später nur noch 18 Prozent. Sonja Hermeneit, Ärztin bei der Krankenkasse, hält diese Entwicklung für richtig. "Koffein putscht unser System nur kurzzeitig", sagte sie. Besser sei es, die Anpassung an die neue Zeit mit Entspannungstechniken, guter Schlafhygiene und häufigeren Erholungspausen zu beschleunigen - ohne tagsüber zu schlafen.

Videos
Eine goldene Taschenuhr
3 Min

Klaus: Uhrenumstellung

Wie stelle ich die Uhr am besten um? Die Erklärmaus von extra 3 erklärt, wie es von der Zeit- zur Uhrumstellung kam. (24.10.2012) 3 Min

Relikt der Ölkrise in 1970er-Jahren

Bereits seit 1980 werden die Uhren in Deutschland im Frühjahr von der Mitteleuropäischen Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Der Wechsel erfolgt jedes Jahr gleichzeitig in allen EU-Staaten und in den meisten europäischen Nachbarstaaten. Schon Ende der 1970er-Jahre hatten viele europäische Nachbarstaaten nach der Ölkrise von 1973 die Sommerzeit eingeführt, um das Tageslicht besser auszunutzen und so Energie zu sparen. Dieser Plan ist nach heutigen Erkenntnissen aber nicht aufgegangen.

Abschaffung in der EU nicht in Sicht

2018 hatte die EU-Kommission nach einer Online-Umfrage angekündigt, den Zeitwechsel abschaffen zu wollen. Wann sie entsprechende Pläne umsetzt, ist allerdings noch nicht absehbar. Die notwendigen Beschlüsse der Regierungen der EU-Staaten stehen noch aus.

Weitere Informationen
Eine Frau liegt im Bett und druckt auf einen Wecker. © fotolia.com Foto: contrastwerkstatt

Chronobiologie: Ist die Zeitumstellung schädlich?

Die innere Uhr steuert zahlreiche lebenswichtige Vorgänge im Körper. Die Zeitumstellung im Herbst und Frühling kann die innere Uhr bei einigen Menschen für Wochen aus dem Takt bringen. (29.10.2019) mehr

Ein Reh-Kitz auf einer Wiese. © picture alliance/WILDLIFE Foto: WILDLIFE/M.Hamblin

Zeitumstellung: Achtung, Wildunfälle!

Wenn wir unsere Uhren umstellen und dadurch in der Dämmerung zur Arbeit fahren, steigt das Risiko für Unfälle mit Wildtieren. (28.10.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.10.2021 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im niedersächsischen Landtag. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

Omikron-Variante: Weil fordert allgemeine Impfpflicht

Mit der Virus-Variante gebe es eine neue Lage, so der Ministerpräsident. Auch einen harten Lockdown schließt er nicht aus. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen