Stand: 11.05.2020 16:44 Uhr

Umfassende Lockerungen: Jetzt wird beobachtet

Zahlreiche Menschen sitzen an einem Platz im Freien. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich
Die Landesregierung mahnt: Abstand halten sei nach der Öffnung etwa von Cafés besonders wichtig.

Seit heute gelten zahlreiche Lockerungen der von der niedersächsischen Landesregierung verfügten Corona-Auflagen. Stufe zwei des Fünf-Stufen-Plans der Landesregierung ist damit erreicht. Der Eintritt in die nächste Phase ist für den 25. Mai geplant, die weiteren Termine sind noch offen. Wie es weitergeht, hängt vor allem vom Verhalten der Niedersachsen ab, wie Claudia Schröder heute betonte. Sie ist stellvertretende Leiterin des Krisenstabs der Landesregierung. Die Sorge: Werden die Menschen nachlässig beim Einhalten der Schutzmaßnahmen, könnte die Zahl der Infizierten wieder stärker ansteigen.

Hygiene und Abstand jetzt besonders wichtig

Unter Auflagen können Restaurants, Cafés und Gaststätten wieder öffnen und in den Schulen haben die schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Personen aus zwei verschiedenen Haushalten dürfen sich treffen, die Notbetreuung von Kindern wird auf bis zu 50 Prozent der regulären Gruppengröße ausgeweitet. Dies sind nur einige der vielen Änderungen. Die Auswirkungen werde man in den kommenden zwei Wochen genau beobachten, kündigte Schröder in der Landespressekonferenz an. Damit anschließend weitere Öffnungen möglich sind, müssten die Niedersachsen gerade jetzt besondere Disziplin zeigen: Da wieder mehr Menschen zusammenkämen, komme Hygiene und Abstand nun noch größere Bedeutung zu. Wie erwartet sei der Reproduktionswert nach der vergangenen Lockerungsstufe gestiegen: Er liegt laut Schröder jetzt bei 1,13 - so viele Menschen steckt ein Infizierter durchschnittlich an.

Pressekonferenz
Die stellvertretende Leiterin des niedersächsischen Corona-Krisenstabs Claudia Schröder informiert bei einer Landespressekonferenz, eine Gebärdensprachendolmetscherin übersetzt. © NDR
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Kritische Marke: 30 bis 35 neue Fälle pro 100.000 Einwohner

Schröder konkretisierte eine Ankündigung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Bundesweit gilt die Regel, dass bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen die Einschränkungen wieder verschärft werden. Weil hatte gesagt, dass man in Niedersachsen schon deutlich früher Maßnahmen ergreifen werde. Es bestehe Einigkeit, so Schröder am Montag, dass "die Interventionsgrenze (...) eigentlich bei 30 bis 35" liegen müsse. Sollte sich der Infektionsherd allerdings klar verorten lassen, müssten die Lockerungen beim Überschreiten dieser Marke nicht für die gesamte Bevölkerung zurückgenommen werden.

Schlachthof-Mitarbeiter infiziert

Auch in Niedersachsen sind unterdessen nun Schlachthof-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. In den kommenden Tagen sollen laut Schröder mehrere Tausend Beschäftigte fleischverarbeitender Betriebe auf das Virus getestet werden. Morgen Mittag laufe zudem eine Frist ab: Bis dahin müssen alle Schlachthöfe eine "Gefährdungsbetrachtung" vorlegen. Anhand der Rückmeldungen werde man entscheiden, welche Betriebe möglicherweise sofort unter die Lupe genommen werden sollen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.05.2020 | 15:00 Uhr

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