Stand: 18.06.2020 19:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

TUIfly: Sparkurs beschlossen - viele Jobs bedroht

Eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft Tuifly rollt über das Gelände des Flughafens Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
TUI und seine Tochter TUIFly stehen vor großen Einschnitten. (Archiv)

Zwar sind bereits wieder erste Ferienflieger von Hannover nach Mallorca gestartet - doch eines ist trotz des langsam anlaufenden Geschäfts in der Corona-Krise Fakt: Der Reisekonzern TUI mit Hauptsitz in Hannover steckt tief in der Krise. Am Donnerstag hat der Aufsichtsrat der Tochter TUIfly einen vom Management vorgeschlagenen Sparkurs bestätigt. Damit wird die Streichung Hunderter Jobs bei der Airline wahrscheinlicher.

Nur noch 17 Maschinen für TUIfly

Arbeitnehmervertreter hätten zwar dagegen gestimmt, hieß es von der Gewerkschaft Ver.di nach der Sitzung des Kontrollgremiums in Hannover. Doch unterm Strich stehe nun der Beschluss, die Flotte von TUIfly wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage in der Corona-Krise auf noch 17 Maschinen mehr als zu halbieren.

"Stimmung am Boden"

Viele Beschäftigte waren zu einer Kundgebung vor der Firmenzentrale angereist. Sie seien "mit der Stimmung am Boden", hieß es von Ver.di weiter. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat halten die Eingriffe für zu drastisch - auch vor dem Hintergrund, dass der TUI-Konzern einen staatlichen Kredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten hat. Unter anderem sei entschieden worden, die Technik in Hamburg zu schließen. Zuletzt war von insgesamt bis zu 900 zu streichenden Vollzeitstellen bei der Konzerntochter die Rede.

Geschäftsführung sieht "Beginn von Verhandlungen"

Die Geschäftsführung habe erklärt, dass jetzt gegenüber den Belegschaftsvertretungen erst der "Beginn von Verhandlungen" anstehe, nicht "das Ende". TUIfly-Chef Oliver Lackmann sagte: "Die Entscheidung macht sich niemand leicht, weder ich selbst als Geschäftsführer und Flugkapitän noch der Aufsichtsrat. Aber die TUIfly-Flotte ist für die Kundenzahl unseres deutschen TUI-Reiseveranstalters zu groß."

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.06.2020 | 08:00 Uhr

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