Stand: 15.11.2017 18:41 Uhr

Toter in Laatzen: Polizei veröffentlicht Foto

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Die Polizei hofft, die Umstände, die zum Tod des 43-Jährigen geführt haben, doch noch aufklären zu können.

Noch immer ist unklar, wie ein Anfang November im Messebahnhof Hannover-Laatzen gefundener Mann ums Leben gekommen ist. Die Polizei hat nun ein Foto des Toten veröffentlicht. Mit seiner Hilfe erhoffen sich die Ermittler Hinweise, die zur Aufklärung der Todesumstände beitragen. Neuen Erkenntnissen zufolge sei der 43 Jahre alte Pole zuletzt zwei Tage vor seinem Tod in einer Sozialhilfeeinrichtung an der Berliner Allee in Hannover gesehen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann, der laut Polizei als Obdachloser in der Landeshauptstadt gelebt hatte, habe sich "in einem offensichtlich verwirrten Zustand" befunden. Danach verliert sich seine Spur. Die Polizei will nun wissen, wem der 43-Jährige an jenem Freitagvormittag im Bereich der Berliner Allee aufgefallen ist und ob er seit diesem Tag - möglicherweise auch in Begleitung - gesehen wurde. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Hannover unter der Rufnummer (0511) 109 55 55 zu melden.

Schlank und von "osteuropäischer Erscheinung"

Nach dem Fund des Toten hatte es zunächst einige Verwirrung um seine Identität gegeben. Zunächst hatte die Polizei fälschlicherweise gemeldet, dass es sich um einen 41-jährigen Mann aus Lettland handele. Dessen Personaldokumente waren in der Jacke des toten Mannes gefunden worden. Weitere Ermittlungen - unter anderem ein Abgleich der Fingerabdrücke der Leiche - hatten die Ermittler dann jedoch auf die wahre Identität des Toten gebracht. Laut Polizei ist er 1,78 Meter groß, schlank und von "osteuropäischer Erscheinung". Besonders auffällig sei sein fehlendes rechtes Auge - die Augenhöhle ist leer.

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Am Bahnhof keine Videoüberwachung

Die Polizei kann auch weiterhin nicht ausschließen, dass der 43-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Die Obduktion habe kein eindeutiges Ergebnis zur Todesursache erbracht, hieß es, sodass nicht abschließend feststehe, unter welchen Umständen der Mann ums Leben gekommen ist. Zwei Passanten hatten seine Leiche am 5. November gegen 6.30 Uhr auf dem Treppenabgang der Gleise 12 bis 13 entdeckt. Der letzte Zug in dem Bahnhof war in der Nacht zu Sonntag um 0.27 Uhr abgefahren. Was bis zum Eintreffen des ersten Zuges um 6.29 Uhr, also vor dem Auffinden des Toten, am Bahnhof geschah, lässt sich derzeit nicht nachvollziehen. Nach Angaben der Bahn gibt es in dem Bereich keine Überwachungskameras.

An demselben Wochenende war in Delmenhorst eine 51-jährige Obdachlose schwer misshandelt und getötet worden. Die Frau starb auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 15.11.2017 | 17:00 Uhr

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