Stand: 11.12.2018 16:03 Uhr

Tote in Höver: Ehemann beteuert seine Unschuld

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Der Angeklagte betritt den Saal des Landgerichts in Hildesheim.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 32-Jährigen hat der angeklagte Ehemann vor dem Hildesheimer Landgericht das Verbrechen bestritten. Seine Frau sei zur Arbeit gefahren und nicht mehr wiedergekommen. Er habe nichts mit dem Tod zu tun, so die Aussage des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor. Er soll seine Frau am 17. Mai nach einem Streit umgebracht haben und die Leiche in der Nähe des Sehnder Ortsteils Höver (Region Hannover) in einem Gebüsch versteckt haben.

Angeklagter hielt sich vermutlich am Leichenfundort auf

Kurz zuvor soll der Angeklagte von einem Verhältnis zwischen seiner Frau und ihrem Chef erfahren haben. Nach dem Tod der zweifachen Mutter soll der Angeklagte über ihr Facebook-Konto noch Nachrichten verschickt haben, um ihren Tod zu verschleiern. Überwachungsvideos und die Auswertung von GPS-Daten zeigen den Ermittlungen zufolge jedoch, dass sich der 32-Jährige in der Nähe des Leichenfundorts aufgehalten habe.

Widersprüche und Ungereimtheiten

Der Angeklagte wurde am 22. Juni dem Haftrichter vorgeführt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verstrickte er sich bei Vernehmungen immer wieder in Widersprüche. Nach Angaben der Ermittler soll er die Leiche zunächst in der eigenen Wohnung versteckt und am nächsten Tag an einem Wirtschaftsweg nahe Höver südlich von Hannover abgelegt haben. Die Tote wurde erst zehn Tage später dort entdeckt.

Nächste Verhandlung: 20. Dezember

Die zehnjährige Tochter und der sieben Jahre alte Sohn des Paares werden in dem Prozess als Nebenkläger von einer Rechtsanwältin vertreten. Drei Gutachter sollen gehört werden, darunter auch ein Experte für forensische Insektenkunde. Der Biologe hat sich mit dem Zustand der Leiche beschäftigt; von ihm erhofft sich die Kammer Auskunft über den Todeszeitpunkt des Opfers. Für den nächsten Verhandlungstag am 20. Dezember sind sieben Zeugen geladen, laut Gerichtssprecher vor allem Polizeibeamte. Insgesamt sollen 35 Zeugen gehört werden, 14 Prozesstage sind angesetzt. Das Urteil könnte am 5. März fallen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 11.12.2018 | 17:00 Uhr

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