Stand: 23.07.2020 20:35 Uhr

Tödlicher Abbiegeunfall: Geldstrafe für Lkw-Fahrer

Eine Fußgängerampel an einer Kreuzung zeigt Grün. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
An dieser Kreuzung in Lehrte bei Hannover ereignete sich der tödliche Unfall.

Im Prozess gegen einen Müllwagenfahrer, der ein elfjähriges Mädchen In Lehrte (Region Hannover) überfahren hat, ist der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden. Das Mädchen hatte im Januar 2019 bei grüner Fußgänger-Ampel eine Kreuzung überquert, als der Müllwagen sie beim Rechtsabbiegen erfasste. Die Elfjährige starb wenig später im Krankenhaus. Der heute 36 Jahre alte Lkw-Fahrer hätte das Mädchen an der Kreuzung sehen müssen, so das Amtsgericht Lehrte am Donnerstag in seiner Urteilsbegündung.

VIDEO: Tödlicher Unfall: Geldstrafe für Lkw-Fahrer (1 Min)

Angeklagter zeigt Reue

Der Mann aus Coppenbrügge (Landkreis Hameln-Pyrmont) ist seit dem Unfall krankgeschrieben. Zum Prozessauftakt in der vergangenen Woche zeigte er Reue: "Ich würde alles dafür tun, es ungeschehen zu machen", sagte der Familienvater. Nach eigener Aussage hatte er das Mädchen gar nicht bemerkt, als er rechts abbog. Deshalb sei er auch weitergefahren. Erst Stunden später hatte die Polizei den Fahrer ermittelt.

Eltern als Nebenkläger

Die Eltern des getöteten Mädchens traten als Nebenkläger auf. Zu Prozessbeginn zeigten sie Fotos ihrer Tochter. Der Vater sagte, er könne nicht glauben, dass der Fahrer den Knall, von dem ein Zeuge sprach, nicht bemerkt habe.

Fahrzeug mit "erheblichen Sichteinschränkungen"

Laut eines technischen Sachverständigen verfüge das Müllfahrzeug einer privaten Entsorgungsfirma über "bauartbedingte erhebliche Sichteinschränkungen". Deshalb hätte es eine erhöhte Sorgfaltspflicht des Fahrers erfordert, so das Gericht.

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Eine Fußgängerampel an einer Kreuzung zeigt Grün. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.07.2020 | 17:00 Uhr

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