Stand: 23.05.2018 16:33 Uhr

Tödliche Attacke auf Ehefrau: Mann gesteht

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Der 32-Jährige muss sich vor dem Landgericht Hildesheim wegen Mordes verantworten.

Zum Auftakt des Mordprozesses gegen einen 32-Jährigen aus Grünenplan im Landkreis Holzminden hat der Mann am Mittwoch ein Geständnis abgelegt. Ihm wird vorgeworfen, am 3. Januar seine Ehefrau so schwer geschlagen und getreten zu haben, dass sie elf Tage später starb. Die drei Töchter des Paars im Alter von vier, sieben und neun Jahren sahen laut Anklage zu. "Ja, ich habe meine Frau geschlagen", räumte der Angeklagte vor dem Landgericht Hildesheim ein. Er schränkte jedoch ein: "Ich hatte nicht die Absicht, sie in der Form zu schlagen, und ich habe auch nicht den Plan gehabt, sie umzubringen." Dass seine Töchter die Tat mit ansahen, bestritt er ebenfalls. Die Mädchen werden als Nebenkläger von Anwälten vertreten. Sie sind in der Obhut des Jugendamts.

Anklage sieht heimtückischen Mord

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat der Mann heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen begangen. Die Ehefrau hatte sich von ihm getrennt, was der Angeklagte nicht habe akzeptieren können. Am Tag der Tat sei er in die Wohnung der Familie in Grünenplan eingedrungen und habe seine Frau angegriffen. Der Vermieter, der im Haus wohnt und das Paar offenbar streiten hörte, kam hinzu - und er habe bei dem Mann einen Tötungswillen erkannt, sagte Staatsanwalt Wolfgang Scholz. Der Angeklagte "trat mit beschuhten Füßen kräftig auf Gesicht, Hals und Kopf" der Frau. Er habe zudem versucht, nach einem Hammer und einer Stange zu greifen. Der Vermieter habe das zu verhindern versucht. Mit ihm habe sich der Angeklagte einen etwa 20 Minuten dauernden Kampf geliefert, während die Frau bewusstlos am Boden lag.

Angeklagter: Vermieter ist schuld

Den Kampf mit dem Vermieter habe es nicht gegeben, beteuerte der Angeklagte. Er gab dem Mann zudem die Schuld daran, dass er selbst die Kontrolle verloren habe. Obwohl er nicht mehr in der Wohnung lebte, wollte der Vermieter 100 Euro Mietanteil von ihm, wie der Angeklagte schilderte. Das Sozialamt hatte die Zahlung nach dem Auszug des Mannes reduziert.

Für den Prozess sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.05.2018 | 15:30 Uhr

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