Stand: 24.05.2019 20:18 Uhr

Tausende Schüler bei Klima-Demos in Niedersachsen

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Laut Polizei sind am Freitag allein in Hannover rund 6.500 Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gegangen.

Rund 16.000 Schüler und Unterstützer haben am Freitag in Niedersachsen und Bremen für einen besseren Klimaschutz demonstriert. Allein in der Landeshauptstadt Hannover beteiligten sich laut Polizei rund 6.500 Menschen an den Protesten. Nach Angaben der Organisatoren waren es sogar 12.000. Mitorganisator Timon Ziehlke hält dies für ein mutmachendes Zeichen, wie er NDR 1 Niedersachsen sagte: "Diese Menschenmengen reden für sich, dass wir da einfach nicht mehr weggucken dürfen." In ganz Niedersachsen organisierten Schüler in mehr als 30 Städten Aktionen. Weltweit gingen am Freitag Schüler für mehr Klimaschutz auf die Straße. Die Initiative "Fridays for Future" hatte zu einem "globalen Klimastreik" aufgerufen.

Schüler für den Klimaschutz

Klima-Demo: Schüler versus Energieminister

Hallo Niedersachsen -

In fast 50 niedersächsischen Städten sind wieder Schüler für den Klimaschutz auf die Straße gegangen - auch in Hannover, wo zeitgleich die Energieminister der Bundesländer tagten.

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1.000 Schüler und Eltern demonstrieren in Göttingen

In Göttingen versammelten sich bereits am Freitagmorgen etwa 1.000 Schüler vor dem Bahnhof, anschließend zogen sie in einem lautstarken und bunten Zug vor das Neue Rathaus der Stadt. "Der Klimawandel wartet nicht bis dein Bachelor fertig ist", stand auf einem Transparent. Eine Schülerin rief über das Mikrofon alle Erwachsenen auf, an der Europawahl am Sonntag teilzunehmen. "Die Klimaleugner müssen aus den Parlamenten gedrängt werden", sagte sie. Bei der Kundgebung sprachen auch zwei Mütter der Elternbewegung "Parents for Future". Der Göttinger Physik-Professor Christian Joos forderte einen "System Change, nicht nur einen Climate Change". Um den Klimawandel zu bekämpfen und seine Folgen zu bewältigen, seien "nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen nötig".

Energieminister bekommen Besuch von streikenden Schülern

Einige Schüler demonstrierten am Morgen schon bei einem Treffen der bundesweiten Energieminister in Hannover. Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies (SPD) verbreitete auf Twitter ein Foto von der Aktion.

 

Videos
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Panorama 3

Gedanken einer Klima-Aktivistin

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Julia ist 17 Jahre alt, die Schülerin nimmt an der Streik-Aktion "Fridays for Future" teil. Für sie ist der Protest eine Möglichkeit, auf die Ängste ihrer Generation hinzuweisen. Video (04:58 min)

Schüler demonstrieren auch in Braunschweig und Oldenburg

Auch in Lüneburg, Winsen und Delmenhorst gingen Schüler am Vormittag auf die Straße, in Oldenburg und Braunschweig waren weitere Demonstrationen geplant. Viele der demonstrierenden Schüler sind selbst noch nicht wahlberechtigt, laut einer Sprecherin aber von den Folgen des Klimawandels direkt betroffen. Angesichts der Europawahlen am Wochenende wollen die jugendlichen Aktivisten nach eigenen Angaben besonders lautstark auf das Thema Klimawandel aufmerksam machen.

#Fridaysforfuture-Aktivisten fordern EU-weit mehr Klimaschutz

Neben den Demonstrationen gab es in den Städten noch zusätzliche Aktionen. In Osnabrück waren zum Beispiel Musik, Kreativ-Kurse und eine vegane Küche geplant. Die Schüler fordern mit ihrem Streik seit Monaten unter anderem EU-weite, verbindliche Regeln, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu begrenzen sowie Strafen für Unternehmen, die festgelegte Grenzwerte überschreiten. Auf die Kritik daran, für den Protest dem Unterricht fernzubleiben, reagierten die Initiatoren auf ihre Art: Es wurden Schulstunden unter freiem Himmel abgehalten, etwa zum Thema "Veränderung ist möglich".

Initiatoren rufen zu weltweitem Streik am 20. September auf

In einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagsausgabe) haben Mitstreiter der weltweiten Bewegung, darunter die Göttinger Studentin Luisa Neubauer, die Dramatik des Themas in Worte zu fassen versucht: "Das ist eine Aufgabe für die ganze Menschheit", schreiben die jungen Klimaschützer. Deshalb seien auch alle Menschen weltweit gefragt, sich der Bewegung anzuschließen - und nicht nur Schülerinnen und Schüler. Sie kündigten zudem eine Aktionswoche an, die am 20. September mit einem weltweiten Streik beginnen soll. "Wir bitten Sie, sich uns anzuschließen", heißt es in dem Beitrag. "Gehen Sie an diesem Tag mit Ihren Nachbarn, Kollegen, Freunden und Familien auf die Straße, damit unsere Stimmen gehört werden und dies ein Wendepunkt in der Geschichte wird."

Weitere Informationen

Rekordbeteiligung bei "Fridays for Future"-Demo

Kurz vor der Europawahl haben besonders viele junge Klima-Aktivisten bei "Fridays for Future" in Hamburg demonstriert: 17.000 Menschen waren laut Polizei dabei, die Veranstalter sprechen von 25.000. mehr

#fridaysforfuture: Aktions-Freitag zur Europawahl

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Streiken statt Pauken - ändert die Generation Greta die Politik?

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Weltweit gehen Kinder und Jugendliche Freitag für Freitag auf die Straße statt in die Schule, um für mehr Klimaschutz zu streiken. Können die Schulstreiks die Politik verändern? (31.03.2019) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 24.05.2019 | 17:00 Uhr

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