Stand: 11.02.2020 16:59 Uhr  - NDR Fernsehen

TUI: Rund eine Milliarde Gewinn und Boeing-Sorgen

Ein Flugzeug vom Typ Boeing 737 Max 8 dder Fluggesellschaft Tui steht in einem Fertigungswerk. © dpa-Bildfunk Foto: Ted S. Warren
Boeings Sorgenkind bleibt es auch für TUI: die Boeing 737 Max. (Archiv)

In Hannover hat sich am Dienstag der weltgrößten Reisekonzern TUI zur Hauptversammlung getroffen. Ein wichtiger Punkt beim Vorstellen der wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens war das Flugverbot des Unglücksfliegers Boeing 737 Max. "Der Ausfall bedeutet einen enormen wirtschaftlichen Schaden", sagte der Vorstandsvorsitzende Fritz Joussen. Dennoch geht der TUI-Chef für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September von einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn soll zwischen 850 Millionen und 1,05 Milliarden Euro liegen.

"Keine Auslieferung der Max-Jets mehr"

Die Boeing-Krise belaste den TUI-Konzern in diesem Jahr mit rund 350 Millionen Euro, sagte Joussen weiter. Im vergangenen Geschäftsjahr waren es rund 300 Millionen Euro. "Das sind sehr hohe Werte, sie liegen aber für dieses Jahr innerhalb unserer Prognose." Derzeit werde mit Boeing über Schadenersatz verhandelt. Besserung ist bei den Fliegern noch nicht in Sicht. "Wir erwarten in diesem Geschäftsjahr keine Auslieferung der Max-Jets mehr", sagte der TUI-Chef. Bis zu 34 Flugzeuge des Typs 737 Max müsse TUI dieses Jahr ersetzen. Joussen sicherte aber zu: "Wir fliegen unseren Flugplan und streichen keine Flüge."

Videos
Marco Heuer am Flughafen in Hannover
5 Min

Welche Folgen hat die Thomas-Cook-Insolvenz?

Die Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook hat auch Auswirkungen für zahlreiche Urlauber in Niedersachsen. Für viele endete der geplante Trip am Flughafenschalter. 5 Min

Januar war stärkster Buchungsmonat der Geschichte

Bereits im Vorfeld hat sich der Vorstandvorsitzende Fritz Joussen zur Lage des Unternehmens geäußert. Er erwartet nach der Insolvenz des Rivalen Thomas Cook jetzt einen kräftig wachsenden Reiseabsatz für den Sommer. "Alleine bei den wichtigen Sommerbuchungen wachsen wir derzeit mit 14 Prozent." Der Januar 2020 sei zudem "der mit Abstand beste Buchungsmonat der Firmengeschichte" gewesen, sagte Joussen. "Der Reisemarkt in Deutschland und Großbritannien wird voraussichtlich schrumpfen, aber wir werden Marktanteile gewinnen." Aufsichtsratschef Dieter Zetsche betonte mit Blick auf Thomas Cook, "dass wir nicht in der Entwicklung verharren dürfen, sondern uns konsequent weiterentwickeln müssen".

Weitere Informationen
Ein Flugzeug der Feriengesellschaft Thomas Cook in der Luft © dpa - Bildfunk Foto: Tim Goode/PA

Thomas-Cook-Pleite: Britische TUI-Kunden betroffen

Die Konkurrenz von Thomas Cook bleibt von den Pleite-Folgen nicht verschont. Auch TUI-Urlauber müssen mit Problemen rechnen. Betroffen sind aber offenbar nur britische TUI-Kunden. (24.09.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

11.02.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die Aufschrift "Oberlandesgericht Generalstaatsanwaltschaft Nds. Anwaltsgerichtshof" steht vor dem Eingang des Oberlandesgerichts. © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein/dpa

Celle: Ermittlungen gegen 94-jährigen Ex-KZ-Wächter

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Ermittlungen gegen einen 94-jährigen früheren KZ-Wachmann übernommen. Dem Mann wird mögliche Beihilfe zum Mord an Gefangenen vorgeworfen. mehr

Der Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Elze: Wolfgang Schurmann © Wolfgang Schurmann Foto: Wolfgang Schurmann

Elze: Wolfgang Schurmann ist neuer Bürgermeister

Fast drei Monate nach dem eigentlichen Wahltermin hat Elze einen neuen Bürgermeister gewählt. Wolfgang Schurmann erhielt im ersten Wahlgang 52,67 Prozent der Stimmen. mehr

Die Lichtaufschrift Polizei bei einem Polizeiwagen © picture alliance / Frank May Foto: Frank May

Unbekannte malen Hakenkreuze an Ex-Asylunterkunft

Unbekannte haben am Freitag eine ehemalige Unterkunft für Flüchtlinge in Hannover-Burg mit drei lila Hakenkreuzen beschmiert. Die Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen. mehr

Friedo de Vries (Präsident Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen) bei einer Pressekonferenz. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschule

Viel Interesse an Software gegen Kinderpornografie

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat eine Software zum Kampf gegen Kinderpornografie entwickelt. Das Interesse in den anderen Bundesländern sei groß, so LKA-Präsident de Vries. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen