Eine Biene sitzt im Bieneninstitut Celle auf einer Blume. © dpa-Bildfunk Foto: Cindy Riechau

Streit um Insektenschutz: Wohin führt Niedersächsischer Weg?

Stand: 17.02.2021 17:45 Uhr

Niedersachsen will Korrekturen am Insektenschutz-Paket der Bundesregierung erreichen. Ziel: Naturschutz und Einkommensinteressen der Landwirte sollen miteinander vereinbart werden.

Das haben Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch im Landtag in Hannover zugesichert. "Unsere Landwirte werden nicht im Stich gelassen", sagte Otte-Kinast. Die Landesregierung will erreichen, dass die Betriebe dafür bezahlt werden, wenn sie den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verringern.

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Otte-Kinast und Lies verteidigen ihren "Weg"

Sowohl Otte-Kinast als auch Lies, die den Ausgleich zwischen Agrar- und Umweltschutzinteressen in Niedersachsen ausgehandelt hatten, betonten den Nutzen des "Niedersächsischen Wegs", den sie durch das Insektenschutzpaket nicht bedroht sehen. "Der Ertrag ist, dass wir bei Landwirtschaft und Umwelt- und Naturschutz wirklich etwas bewegen", sagte Lies. Otte-Kinast meinte, die Vereinbarung bringe den Natur- und Artenschutz mit den Einkommensinteressen der Landwirte unter einen Hut.

Opposition zweifelt an Niedersachsens Einfluss

FDP und Grüne im Landtag fragen sich, ob die rot-schwarze Koalition in Hannover genügend Einfluss in Berlin beziehungsweise im Bundesrat hat, um für die Landwirte wirklich Korrekturen zu erreichen. FDP-Fraktionschef Stefan Birkner warf der Regierung vor, die Berliner Beschlüsse zum Insektenschutzgesetz und die Auswirkungen auf Niedersachsen schönzureden. "Wir müssen den Landwirten konkrete belastbare Perspektiven bieten", sagte er.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.02.2021 | 17:00 Uhr

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