Stand: 18.06.2019 16:08 Uhr

Straßenmagazine in Zeiten der Digitalisierung

Nicht nur traditionelle Medien wie Zeitungen und Fernsehen sind von der Digitalisierung betroffen und müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken. Auch Straßenmagazine spüren die Auswirkungen von Online-Nachrichten und bargeldlosem Bezahlen. Eine Lösung gebe es aber noch nicht, sagte der Redaktionsleiter des hannoverschen Straßenmagazins "Asphalt", Volker Macke, am Dienstag anlässlich des Weltkongresses der Straßenzeitungen.

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Weihnachten für Straßenmagazinverkäufer

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Seit mehr als drei Jahren verkauft Thomas in Hannover das Straßenmagazin "Asphalt". Während der ehemalige Kellner früher in der Vorweihnachtszeit wild gefeiert hat, sucht er jetzt die Ruhe in der Kirche. Video (04:14 min)

Redaktionen sollten zusammenarbeiten

Eine Möglichkeit könnte die verstärkte Zusammenarbeit mehrerer Straßenzeitungen in Vertrieb und Redaktion sein. "Wenn sich die Redaktionen deutschsprachiger Straßenzeitungen beispielsweise zusammentun und gemeinsam Themen erarbeiten, sparen sie Kosten", sagte Macke, der auch Sprecher der deutschsprachigen Straßenzeitungen im INSP, dem International Network of Streetpapers, ist.

Mehr crossmediale Angebote?

Seit Montag diskutieren rund 120 Mitglieder des Netzwerks über Möglichkeiten, Straßenzeitungen und ihren Vertrieb weiter zu verbessern. Es gehe zum Beispiel um die Frage, wie der Verkauf der Magazine im Zeitalter des bargeldlosen Bezahlens funktionieren kann, sagte Macke. Im kanadischen Vancouver und in Kopenhagen in Dänemark sei es bereits möglich, dass Kunden mit Karte zahlen können. Ein weiteres Problem sei die sinkende Auflage vieler Straßenzeitungen. Eine Lösung könnten crossmediale Angebote mit zusätzlichen Audio- und Videoformaten sein, wie es etwa die Redaktion von "Hinz&Kunzt" in Hamburg macht. "Sie sind die ersten, die eine professionelle Online-Redaktion betreiben", so Macke.

In 35 Ländern gibt es Straßenzeitungen

Der Redaktionsleiter ist trotz allem optimistisch. Die "Asphalt" feiert in diesem Jahr immerhin 25-jähriges Bestehen. Wie es weitergeht für das Blatt, das weiß er allerdings nicht. Straßenzeitungen gibt es nach Angaben von INSP in 35 Ländern der Welt. Die Zeitschriften werden von Journalisten erstellt und von sozial schwachen Menschen verkauft, die großteils wohnungslos sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 17.06.2019 | 15:30 Uhr

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