Stand: 25.11.2019 14:54 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Städtebund: Gratis-Nahverkehr "unverantwortbar"

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Am 30. November sind Bus und Bahn in der Region Hannover kostenlos. Der Städte- und Gemeindebund kritisiert das. (Symbolbild)

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) kritisiert den Versuch eines kostenlosen Nahverkehrs in Hannover. Am kommenden Sonnabend können Bus und Bahn in der Region gratis genutzt werden. "Ein kostenloser ÖPNV ist derzeit nicht realisierbar und unverantwortbar", kritisierte NSGB-Sprecher Thorsten Bullerdiek.

Bullerdiek: Zuerst Nahverkehr auf dem Land verbessern

Mit der Aktion werde den Menschen vorgegaukelt, dass kostenfreier Nahverkehr einfach umsetzbar wäre. In Wahrheit aber würde damit einem stark unterfinanzierten System das Geld für den Betrieb und für Modernisierungen entzogen. Bullerdiek sprach von einem "völlig falschen Signal": Zuerst müsse für einen gut getakteten Nahverkehr in kleinen und mittelgroßen Städten gesorgt werden. Während auf dem Land oft noch Bus und Bahn fehlten, werde ein kostenfreier Nahverkehr in den Städten unter anderem aus Steuermitteln der Region finanziert.

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Gratis-Tag soll "Lust auf den ÖPNV machen"

Die Region Hannover will das Gratis-Fahren am Sonnabend vor dem ersten Advent nach eigenen Angaben als Test nutzen: Steigen die Menschen tatsächlich vom Auto um, wenn Bus und Bahn umsonst sind? Von Sonnabend um Mitternacht bis Sonntagmorgen um 5 Uhr sind Busse, Stadt- und S-Bahnen sowie Nahverkehrszüge im Gebiet des Verkehrsverbunds Großraum-Verkehr Hannover (GVH) kostenfrei. Auf der Internetseite der Aktion heißt es, der "Gratis-Fahr'n-Tag" solle "Lust auf einen entspannten Besuch in Hannover machen". Die Themen Mobilität und Klimaschutz seien außerdem aktueller denn je, "weshalb der Tag auch Lust auf den ÖPNV machen soll". Der Versuch wird wissenschaftlich begleitet.

Kosten von mehr als 600.000 Euro erwartet

Die Stadtbahnen und Busse sollen enger getaktet fahren, um die höheren Passagierzahlen zu bewältigen. Mehr als 600.000 Euro wird der "Gratis-Fahr'n-Tag" voraussichtlich kosten, so die Schätzung der Region. Die erwarteten Einnahmeausfälle liegen bei rund 365.000 Euro, wie Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz am Montag sagte. Hinzu kämen Kosten für zusätzliche Busse und Bahnen, die Sperrung vielbefahrener Straßen für den Individualverkehr sowie für Marketing. "Wir wollen all das anpacken, was irgendwer jemals als Ausrede gegeben hat, warum er nicht mit dem Nahverkehr fährt", erklärte Franz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.11.2019 | 07:00 Uhr

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