Stand: 12.03.2018 15:42 Uhr

Stadthäger getötet - Gibt es noch ein Opfer?

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Der Besitzer des Hofes, auf dem die Leiche des 30-Jährigen entdeckt wurde, ist spurlos verschwunden.

Der Fall des getöteten 30-Jährigen aus Stadthagen (Landkreis Schaumburg) hat nach Informationen der "Bild-Zeitung" möglicherweise eine noch größere Dimension. Der Mann war am Freitag auf einem Gehöft in Hille (Nordrhein-Westfalen) tot aufgefunden worden. Laut Zeitungsbericht soll der 71-jährige Besitzers des Hofes seit April 2017 verschwunden sein. Nachbar Jörg W. hatte sich angeblich um den alkoholkranken Rentner gekümmert. Der 51-jährige W. soll Anwohnern erzählt haben, er habe den alten Mann in eine Suchtklinik gebracht und kümmere sich um den Hof. W. steht unter dringendem Tatverdacht, den 30-jährigen Stadthäger umgebracht zu haben.

Polizei hält sich bedeckt

Die zuständige Polizei in Bielefeld wollte diese Informationen der "Bild-Zeitung" weder bestätigen noch dementieren. Eine Sprecherin sagte gegenüber NDR.de lediglich, dass die Beamten derzeit prüfen würden, wo sich der 71-Jährige aufhält. Das stünde aktuell im Fokus der Mordkommission. Zu weiteren Details wolle man sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Weitere Informationen

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Zeuge entdeckt Auto nach Öffentlichkeitsfahndung

Jörg W. war per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden. Die Ermittler hatten dazu zwei Fotos des 51-Jährigen veröffentlicht. Eines davon zeigt W., wie er mit einer automatischen Pistole in der Hand an seinem Auto lehnt und eine Sonnenbrille mit der Aufschrift "Rotzevoll" trägt. Am Sonnabend gegen 16 Uhr hatte die Polizei in Bayern einen Hinweis von einem Zeugen bekommen: Dieser hatte den Mercedes des Gesuchten entdeckt. Der Wagen stand in der Nähe einer Polizeistation in Reit im Winkl. Ermittlungen der Polizei hätten dann zu einem nahegelegenen Hotel geführt, in dem sich der 51-Jährige aufgehalten habe, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Ein Spezialeinsatzkommando der bayerischen Polizei habe den Gesuchten gegen 19.15 Uhr widerstandslos festnehmen können. W. sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft und schweigt nach Angaben der Polizei zu den Vorwürfen.

Vermisstenmeldung auch für mutmaßlichen Täter

Die Umstände der Tat bleiben weiter unklar, Polizei und Staatsanwaltschaft geben bisher nur wenige Informationen bekannt. Demnach waren sowohl Opfer und Täter zunächst als vermisst gemeldet. Der 51-Jährige aus Hille wurde seit Montag vermisst, einen Tag nachdem das Opfer als vermisst gemeldet wurde. Im Laufe der Ermittlungen hatte die Polizei "einen Zusammenhang" zwischen den beiden Vermisstenfällen entdeckt. Um was es sich dabei handelt, teilten die Ermittler nicht mit.

Mehr als 500 Polizeibeamte im Einsatz

Nach Angaben der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg wurde seit dem 5. März mit einer extra eingerichteten Ermittlungsgruppe nach dem 30-Jährigen gesucht. Nach Bekanntwerden des zweiten Vermisstenfalls wurde Zahl der Kräfte ausgeweitet. Insgesamt seien in Zusammenarbeit mit Kollegen in Nordrhein-Westfalen mehr als 500 Beamte eingesetzt worden, davon in der Spitze bis zu 128 gleichzeitig. Dabei sei zunächst darauf verzichtet worden, an die Öffentlichkeit zu gehen, um im Fall einer möglichen Entführung das Leben und die Gesundheit der gesuchten Personen nicht zu gefährden.

Leiche am Freitag entdeckt

Am Freitagnachmittag fanden die Ermittler schließlich das Fahrzeug des 30-jährigen Familienvaters aus Stadthagen in einer Scheune in Hille in der Nähe des Wohnorts des 51-Jährigen. Auf dem angrenzenden Gehöft, zu dem der mutmaßliche Täter laut Polizeiangaben "Zugang hatte", entdeckten die Ermittler schließlich die Leiche des Stadthägers. In welchem Verhältnis die beiden Männer zueinander standen, teilt die Polizei derzeit nicht mit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.03.2018 | 17:00 Uhr

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