Stand: 14.01.2019 15:16 Uhr

"Section Control" ist jetzt scharf geschaltet

Die Kameras des Streckenradars. © dpa Bildfunk Foto: Holger Hollemann
Auf der B6 bei Laatzen (Region Hannover) hat die Erprobungsphase des bundesweit ersten Streckenradars begonnen.

Das bundesweit erste Streckenradar bei Laatzen (Region Hannover) auf der Bundesstraße 6 ist seit Montagmorgen scharf geschaltet. Das bestätigte das niedersächsische Innenministerium auf Nachfrage von NDR.de. Bis in die Mittagsstunden habe "Section Control" jedoch keine Tempoverstöße registriert, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Erprobungsphase bis Juni 2020

Autofahrern drohen jetzt Bußgelder und unter Umständen Punkte in Flensburg, wenn sie sich auf dem Streckenabschnitt nicht an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Das teilte das niedersächsische Innenministerium mit. Nach den vier Wochen Testphase folgt nun die sogenannte Erprobungsphase, die bis zum Juni 2020 dauern soll. Überwacht wird ein insgesamt 2,2 Kilometer langer Abschnitt der B6 bei Laatzen, den täglich etwa 15.500 Autos passieren und auf dem es in der Vergangenheit vermehrt schwere Unfälle gab.

"Section Control" schon in Nachbarländern

Die Radaranlage erfasst das gefahrene Tempo nicht an einer Stelle, sondern ermittelt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem längeren zumeist unfallträchtigen Abschnitt, wo die Autofahrer vom Gas gehen sollen. "Section Control" heißt diese Technik, die in einigen europäischen Ländern, etwa Belgien, den Niederlanden und Österreich, schon seit Jahren genutzt wird.

Unterschiede beim Datenschutz

Es gibt allerdings Unterschiede - und zwar im Hinblick auf den Datenschutz: Während in den Nachbarländern das Abfotografieren von Fahrzeugen kein Problem darstellt, müssen die Bilder in Deutschland zunächst verschlüsselt werden. Erst wenn sich durch den Abgleich zwischen Ein- und Ausfahrt eine mögliche Tempoüberschreitung ergibt, wird ein weiteres, unverschlüsseltes Foto erstellt.

"Vielversprechender Ansatz, um Sicherheit zu erhöhen"

"Section Control ist ein vielversprechender Ansatz, um die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen weiter zu erhöhen", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Vorfeld des Starts der Erprobungsphase. "Eine Geschwindigkeitsmessung über einen längeren Streckenabschnitt ist vor allem gerechter für alle Beteiligten als feste Blitzer."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2019 | 15:30 Uhr

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