Stand: 21.09.2020 15:17 Uhr

"Sea-Watch 4" sitzt fest: Kirche kritisiert Italien

Heinrich Bedford-Strohm im Portrait. © imago Foto: imago/epd
Wer Seenotrettung behindere, nehme in Kauf, dass Menschen ertrinken, sagt der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm. (Archivbild)

Einen "unverantwortlichen Akt der Willkür" nennt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Festsetzung des zivilen Rettungsschiffs "Sea-Watch 4" durch die italienischen Behörden im Hafen von Palermo. Der Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, forderte diese am Montag am EKD-Sitz in Hannover auf: "Lasst die Schiffe frei!" Mit der "Sea-Watch 4" werde bereits das fünfte zivile Seenotrettungsschiff in fünf Monaten blockiert.

Behörden kritisieren zu viele Rettungswesten an Bord

Einer der Vorwürfe sei, dass zu viele Rettungswesten an Bord seien. "Unter dem Vorwand der Schiffssicherheit soll ganz offensichtlich die Rettung von Menschen aus Seenot verhindert werden", betonte Bedford-Strohm. Wer Seenotrettung behindere, nehme "billigend in Kauf, dass Menschen ertrinken".

"United4Rescue" ersteigert Schiff für Seenot-Einsatz

Das Rettungsschiff war im Januar vom Bündnis "United4Rescue" mit Spendengeldern ersteigert worden. Ausgangspunkt für die Gründung des Bündnisses war eine auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 verabschiedete Resolution. Die "Sea-Watch 4" lief Mitte August zu ihrem ersten Einsatz aus und hat seitdem nach EKD-Angaben 353 Menschen aus Seenot gerettet.

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Das neue Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" liegt im Hafen von Burriana. Das Rettungsschiff hat Spanien verlassen, um erstmals im Mittelmeer vor Libyen schiffbrüchige Migranten aufzunehmen. © Hannah Wallace Bowman/MSF/dpa Foto: Hannah Wallace Bowman

"Sea Watch 4" ist auf Mission Leben retten

Die "Sea-Watch 4" ist erstmals im Mittelmeer unterwegs. Ihre Mission: Leben retten. Tausende seien im Herzen jetzt mit auf dem Schiff, sagt der EKD-Vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. (21.08.2020) mehr

Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" liegt bei der Taufzeremonie am Hafen. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Rettungsschiff: "Poseidon" heißt nun "Sea-Watch 4"

Das Bündnis United4Rescue hat in Kiel sein Schiff getauft - es heißt "Sea Watch 4". Früher war es für die Forschung als "Poseidon" im Einsatz. Nun soll es Flüchtlinge im Mittelmeer retten. (20.02.2020) mehr

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Aktuell | 20.09.2020 | 09:00 Uhr

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