Stand: 25.06.2020 16:57 Uhr

SEG will Produktion in Hildesheim aufgeben

Der Schriftzug "Bosch" ist am 21. September 2015 in Hildesheim an einem Gebäude des Bosch-Werks hinter einer roten Ampel zu sehen. © dpa Picture Alliance Foto: Swen Pförtner
SEG war aus der früheren Anlasser-Sparte von Bosch hervorgegangen. (Archiv)

Der Autozulieferer SEG will sein Werk in Hildesheim mit rund 500 Mitarbeitern bis spätesten Ende 2021 schließen. Künftig sollten dort nur noch Service und bestimmte Entwicklungsaufgaben erledigt werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Stuttgart. Wie viele Stellen abgebaut würden, hänge unter anderem von den Gesprächen mit dem Betriebsrat ab, so der Sprecher. Kündigungen gebe es nicht. Das Unternehmen war vor rund zweieinhalb Jahren aus der ehemaligen Starter- und Generatoren-Sparte von Bosch hervorgegangen. Rund 90 Prozent der Belegschaft hat den Angaben zufolge ein Rückkehrrecht zu dem Konzern.

Jede siebte Stelle soll wegfallen

Bosch hatte die Sparte erst Anfang 2018 für 545 Millionen Euro an die chinesische Zhengzhou Coal Mining Machinery Group (ZMJ) verkauft, die daraus SEG Automotive mit weltweit rund 7.000 Beschäftigten und Standorten in 14 Ländern bildete. Als Grund für den Abbau der Arbeitsplätze gab SEG die Corona-Pandemie an: Sie und der "damit verbundene, langfristige Nachfragerückgang in der Automobilindustrie führen zu deutlichen Überkapazitäten im globalen und europäischen Produktionsverbund von SEG Automotive". Um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu erhalten, müssten Arbeitsplätze abgebaut werden. "Die Covid-19-Krise ist kein kurzfristiges Problem. Sie wird im Jahr 2020 und in den Folgejahren zu deutlich niedrigeren Umsätzen in der Automobilindustrie führen", so das Unternehmen. Bis 2022 will SEG etwa jede siebte Stelle abbauen - insgesamt sollen rund 1.100 Arbeitsplätze wegfallen.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.06.2020 | 17:00 Uhr

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