Mehrere Flugzeuge der Tuifly stehen am Flughafen in Hannover auf dem Rollfeld. © picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

Reisekonzern TUI verkleinert sein Urlaubsangebot für 2021

Stand: 01.10.2020 16:25 Uhr

Der von der Corona-Krise schwer getroffene Reisekonzern TUI plant für das kommende Jahr ein reduziertes Urlaubsangebot. Auch eine Kapitalerhöhung kommt für Chef Joussen infrage - aber nicht jetzt.

Bei einem Umfang von rund 80 Prozent des Vorkrisenniveaus könne man Reisen zu profitablen Preisen verkaufen, sagte Konzernchef Fritz Joussen am Mittwochabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Bei einer schnellen Erholung der Nachfrage bestehe dann allerdings die Gefahr, Marktanteile zu verlieren. Ein "normales Buchungsjahr" erwarte er für 2022.

Konzernchef Joussen: "Spaß am Urlaub" ist da

Die vielen Vorbuchungen für den Sommer kommenden Jahres zeigen Joussen zufolge, dass "der Spaß am Urlaub" vorhanden sei. Ende August habe man ein Plus von 84 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet, was teilweise auf den sofortigen Wiedereinsatz von Reisegutscheinen zurückzuführen sei. Über die Entwicklung des Reisejahres 2021 entscheiden laut Joussen die Buchungen von Januar bis März. Positiv dürfte sich für TUI die Insolvenz des Konkurrenten Thomas Cook auswirken.

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Joussen sprach sich erneut dafür aus, staatliche Reisewarnungen kleinteiliger für einzelne Regionen und nicht für ganze Länder auszusprechen. Auch sollten für Reisende Corona-Schnelltests zugelassen werden und an die Stelle langer Quarantänezeiten treten. "Wir setzen das Zeichen mit den Kanaren", sagte Joussen. TUI fliegt ab Sonnabend wieder siebenmal pro Woche auf die spanischen Inseln. "Es gibt keinen sachgerechten Grund, auf den Düsseldorfer Markt zu gehen oder in Frankfurt über die Zeil zu spazieren, aber nicht am Strand von Fuerteventura."

Kapitalerhöhung denkbar

Der TUI-Chef erklärte weiter, dass der Konzern wegen der Corona-Krise schlanker werden müsse. Unter dem Strich summierte sich der Konzernverlust in den ersten neun Monaten des zum 30. September endenden Geschäftsjahres 2019/20 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen muss bereits mit fast drei Milliarden Euro staatlicher Kredite gestützt werden, die es in den kommenden Jahren zurückzahlen muss. Darüber hinaus komme eine Kapitalerhöhung infrage. Allerdings zu einem anderen Zeitpunkt, so Joussen weiter. "Wir werden zur rechten Zeit überlegen, ob wir Liquidität aus Verkäufen oder aus einer Kapitalerhöhung holen."

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.10.2020 | 13:00 Uhr

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