Stand: 21.04.2020 14:18 Uhr

Rehkitz und Hase: Erst verscheuchen, dann mähen

Ein Rehkitz liegt auf einer Wiese. © NDR Foto: Ulrike Kressel
Gut versteckt im Gras: Rehkitzen droht jetzt durch Erntemaschinen Gefahr. (Archivbild)

Sie sind sehr jung, sehr süß - und leben sehr gefährlich: junge Wildtiere wie Rehkitze und Feldhäschen. Die niedersächsische Landwirtschaftskammer, die Landesjägerschaft und das Landvolk rufen die Bauern dazu auf, jetzt bei Mäharbeiten besonders auf Jungtiere zu achten. Denn der Termin der bevorstehenden Frühjahrsmahd von Wiesen und Grünroggen fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere.

Viele Möglichkeiten zur Prävention von Wildtierverlusten

Eine Grafik informiert über wildtierschonende Mähverfahren. © Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.
Die Landesjägerschaft empfiehlt: von innen nach außen mähen.

Wie die Experten erläutern, ducken sich die Jungtiere bei Gefahr tief in die Pflanzen. Das schütze zwar vor dem Fuchs - aber nicht vor den Erntemaschinen. Landwirte und Bewirtschafter seien tierschutzrechtlich dazu verpflichtet, Tieren vermeidbare Leiden oder Qualen zu ersparen, betont die Landesjägerschaft. Deshalb sollten die Bauern das Feld vor den Mäharbeiten zum Beispiel mit Hunden absuchen, um möglichst viele Jungtiere vor dem Mähtod zu retten. Auch Drohnen, ausgestattet mit Wärmebildkameras oder Infrarot könnten bei der Suche nach dem Wildtiernachwuchs helfen. Kostengünstiger sei allerdings der Einsatz von Knistertüten oder Flatterbändern. Auch elektronische Wildscheuchen hätten sich im Praxiseinsatz bewährt, so die Jäger.

Grundsätzlich raten die Experten, das Feld mit dem Grünlandschnitt von innen nach außen zu mähen: So hätten Rehe, Feldhasen und Fasane die Möglichkeit, vor den Erntemaschinen zu flüchten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.04.2020 | 08:30 Uhr

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