Stand: 17.01.2020 15:36 Uhr

Regionalbischöfin Bahr warnt vor "Wut-Christen"

Petra Bahr © Kulturbüro der EKD Foto: Kulturbüro der EKD
Regionalbischöfin Petra Bahr fand auf dem Christlichen Medienkongress klare Worte zum Thema Hassrede in den Kirchen. (Archivbild)

Die Regionalbischöfin von Hannover, Petra Bahr hat die Kirchen aufgefordert, Hassreden in den eigenen Reihen stärker wahrzunehmen und dagegen anzukämpfen. "Wir haben auch so etwas wie Wut-Christen", sagte Bahr am Freitag beim Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd. Als Beispiel nannte sie mit Bibelstellen gespickte Protestmails, die sie immer wieder bekomme. Diese seien nichts anderes als eine "christliche Variante von Fäkalsprache".

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Bahr: Auch Wutbürger in Kirchenvorständen

Nach Ansicht von Bahr sind die Kirchen längst selbst Teil von Hassrede. In Predigten gehe es jedoch oft um "die Wut-Bürger da draußen, aber wenig um die Wutbürger in Kirchenvorständen und Synoden", sagte die frühere Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Beschäftigung mit dieser Problematik sei wichtig für die Glaubwürdigkeit der Kirche. Was am Ende als glaubwürdiger Inhalt ankomme, könne man selbst allerdings nicht komplett bestimmen, so Bahr. Das sei ein Dilemma. "Ob wir für glaubwürdig gehalten werden, entscheiden andere. Das ist dumm, aber wahr", betonte sie.

Plädoyer für verständlichere Sprache

Bahr forderte von den Vertretern ihrer Kirche zudem eine verständlichere Sprache. "Wir ahnen gar nicht, wie wenig wir verstanden werden mit unserem Kirchensprech", sagte die 53-Jährige. Thema des Christlichen Medienkongresses ist in diesem Jahr Glaubwürdigkeit in digitalen Zeiten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 17.01.2020 | 17:00 Uhr

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