Die Angeklagten im Saal des Landgerichts. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Prozess um Gewaltverbrechen: Angeklagte schweigen nun doch

Stand: 09.11.2020 15:31 Uhr

Im Prozess um die Tötung eines Mannes in Hannover-Kirchrode haben die beiden Angeklagten vor dem Landgericht Hannover nicht ausgesagt - anders als zuvor angekündigt.

Beide Verteidiger erklärten am Montag, dass ihre Mandanten sich erst einmal nicht äußern werden. Das verwunderte auch den Vorsitzenden Richter: Zum Prozessauftakt hätten die Angeklagten eine Aussage angekündigt, daraufhin seien für diesen Tag keine Zeugen geladen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der 25-Jährigen und ihrem 24 Jahre alten Partner die heimtückische Ermordung eines 28 Jahre alten Bielefelders vor. Sie sollen ihn, so die Anklage, mit mehr als 100 Messerstichen getötet und anschließend auf einem Friedhof in dem hannoverschen Stadtteil verscharrt haben.

Verteidiger verweist auf Schweigerecht

Der Angeklagte hält sich im Saal des Landgerichts eine Aktenmappe vor das Gesicht. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen
Eine 25 Jahre alte Angeklagte und ihr ebenfalls angeklagter Partner wollen sich vor dem Landgericht Hannover vorerst nicht äußern.

Rechtsanwalt Dimitrios Kotios vertritt den 24-jährigen Angeklagten. Er hatte beim ersten Gerichtstermin noch gesagt, dass sein Mandant die Tat bestreite und schildern wolle, was sich in der Wohnung des Paares abgespielt habe. Sein Mandant habe den Entschluss jedoch am Freitagabend geändert, so Kotios. Er verwies darauf, dass sein Mandant das Recht habe, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Man werde jetzt die Beweisaufnahme abwarten müssen. Für den Prozess bedeutet es nun, dass alle ursprünglich vorgesehen Zeugen angehört werden müssen.

Urteil für Ende Januar erwartet

Der Vorsitzende Richter wandte sich anschließend direkt an die Angeklagten. Eine frühe Aussage könne eine Chance sein, sagte er. "Bei dem Vorwurf gibt es wenig Möglichkeiten, eine Strafmilderung zu erhalten", sagte hingegen Verteidiger Kotios, "insofern sehe ich das etwas anders." Mord wird grundsätzlich mit lebenslanger Haft bestraft. Ein Urteil soll nach dem bisherigen Stand Ende Januar fallen.

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Der Angeklagte hält sich im Saal des Landgerichts eine Aktenmappe vor das Gesicht. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.11.2020 | 17:00 Uhr

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