Eine Tafel weist auf das Amtsgericht, das Landgericht und die Staatsanwaltschaft Hildesheim vor dem entsprechenden Gebäude hin. © picture alliance/Holger Hollemann/dpa Foto: Holger Hollemann

Prozess: Ex-ASB-Geschäftsführer räumt Urkundenfälschung ein

Stand: 27.09.2021 16:56 Uhr

Nach dem Millionenbetrug mit Flüchtlingsheimen muss sich ein früherer Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) erneut vor Gericht verantworten. Einen Teil der Vorwürfe hat er nun gestanden.

Vor dem Landgericht Hildesheim räumte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag am Montag den Vorwurf der Urkundenfälschung ein, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die von der Anklage vorgeworfene Untreue im besonders schweren Fall in zehn Fällen bestritt der 49-Jährige allerdings. Der Mann habe angegeben, dass er "niemals eine Mitarbeiterin zur Ausführung solcher Zahlungen angewiesen habe", sagte der Sprecher. Die Frau hatte den Angeklagten im entsprechenden Ermittlungsverfahren beschuldigt. Vor Gericht gab er nun an, dass die Sonderzahlungen ordnungsgemäß erfolgt seien. Er wisse nicht, warum ihn die Mitarbeiterin damit belaste, so der Angeklagte.

Schaden von mehr als 160.000 Euro

Dem ehemaligen ASB-Geschäftsführer wird vorgeworfen, zwischen August 2013 und Februar 2019 selbst ungerechtfertigt Gehalt und andere Zulagen gezahlt zu haben. Zudem soll der Mann eine Rechnung für Sanitärarbeiten in seinem Privathaushalt gefälscht haben, sodass eine ASB-Tochterfirma Rechnungsempfänger war. Die Schadenssumme liegt insgesamt bei mehr als 160.000 Euro.

Bereits sechsjährige Gefängnisstrafe

Der Angeklagte war bereits Ende 2019 zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Geschäftsführer einer Tochterfirma des Arbeiter-Samariter-Bundes hatte fast sieben Millionen Euro, die das Innenministerium für Flüchtlingsheime überwiesen hatte, für private Zwecke abgezweigt. Die neuen Vorwürfe, die jetzt verhandelt werden, seien damals noch nicht bekannt gewesen, sagte ein Gerichtssprecher. Im Fall einer erneuten Verurteilung werde eine Gesamtfreiheitsstrafe gebildet. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 28.09.2021 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Das Bild zeigt Rodungsarbeiten an der Leinemasch in Hannover. © NDR

Südschnellweg in Hannover: Rodungen sind abgeschlossen

Der Südschnellweg ist wieder freigegeben. Der Protest gegen den Ausbau der Straße an der Leinemasch geht weiter. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen