Stand: 07.12.2017 18:30 Uhr

Pferd & Jagd: Otte-Kinast geht auf Jäger zu

Viel fürs Auge: Die Messe Pferd & Jagd in Hannover hat mit einem Aussteller-Plus begonnen. 970 Aussteller und damit 20 mehr im Vorjahr beteiligen sich an der nach Veranstalterangaben europaweit größten Messe für Reiter, Jäger und Angler. Knapp 32 Millionen Euro Umsatz machten die Aussteller im vergangenen Jahr und auch in diesem Jahr wird ein hoher Andrang erwartet: Bis zum Sonntag rechnet der Veranstalter mit rund 100.000 Besuchern. Niedersachsens neue Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nutzte die Eröffnung der Messe am Donnerstag, um auf Jagd- und Angelverbänden zuzugehen und Dialogbereitschaft zu signalisieren.

Otte-Kinast: "Jäger spielen wichtige Rolle"

"Die Jäger in Niedersachsen leisten neben der Regulierung des Wildbestandes einen großen Beitrag zum Umwelt- und Natuschutz", sagte Otte-Kinast. Sie würden zur Wahrung der Artenvielfalt und zum Biotopschutz beitragen. Auch bei der Vorbeugung der sogenannten Afrikanischen Schweinepest und beim Deichschutz würden die Jäger eine wichtige Rolle spielen: Sie könnten mit der Jagd auf Wildschweine bei der Seuchenprävention helfen und und auch das Nutria bekämpfen. Das Nagetier habe bereits die ostfriesischen Inseln erreicht und unterhöhle dort die Deiche.

Neufassung des Jagdgesetzes

Otte-Kinast, die im November als Teil des Kabinetts von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) benannt wurde, sucht das Gespräch mit der Jägerschaft - auch, weil sie eine Neufassung des Jagdgesetzes plant. Dort sollen neue Auflagen festgeschrieben werden, etwa der Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagd, ein regelmäßiger leistungsunabhängiger Schießnachweis und der Verzicht auf bleihaltiger Munition.

Zahl der Wildunfälle steigt

Außerdem ging es bei der Eröffnung der Messe auch um das Thema Wildunfälle: Deren Zahl ist in Niedersachsen gestiegen. Wie ein Sprecher der Landesjägerschaft sagte, kletterte die Zahl des im Straßen- oder Schienenverkehr getöteten Rehwilds von 25.283 Tieren im Jagdjahr 2015/16 auf 28.709 Tiere im Zeitraum 2016/17 an. Beim Rotwild wurden den jüngsten Zahlen zufolge 163 Tiere getötet (15/16: 137), beim Damwild 983 (865) Tiere, beim Muffelwild sieben Tiere (vier) und beim Schwarzwild 2.368 Tieren (1.764). Inwieweit Reflektoren Wildunfälle verhindern können, darüber haben etwa 200 Experten bei der Messe diskutiert. Wildwarnreflektoren sind an Leitpfosten am Straßenrand angebracht, reflektieren das Scheinwerferlicht und sollen so die Tiere davon abhalten, auf die Fahrbahn zu laufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 07.12.2017 | 17:00 Uhr

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