Stand: 21.04.2019 12:25 Uhr

Osterbotschaften: Bode sieht Kirche "erschüttert"

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Geht mit der Kirche ins Gericht - auch Ostern: Bischof Franz-Josef Bode. (Archiv)

Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, ist in seiner Osterpredigt mit seiner Kirche ins Gericht gegangen. Geweihte und verantwortliche Menschen hätten ihre Schuld nicht erkannt, sie verschwiegen und vertuscht, sagte Bode laut einem vorab veröffentlichten Redemanuskript am Samstagabend mit Blick auf den Missbrauchsskandal. "Kirche ist bis in ihren Grund erschüttert", betonte der Bischof. Bei allen Enttäuschungen und Entfremdungen wachse aber auch neuer Wille zum Mitgestalten und Vertiefen des Glaubens. "Es gibt die Menschen, die sich zu einem 'Jetzt-erst-recht-trotz-alledem' in der Kirche durchringen, weil ihnen an der Zukunft der Gesellschaft und der Menschheitsfamilie gelegen ist", sagte Bode. Er sehe viele Bemühungen, Kirche wieder stärker vom Evangelium her zu prägen.

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Bedford-Strohm: "Aufgabe, Glauben weiterzugeben"

Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), wies dazu auf die Bedeutung von Ostern als wichtigstem Fest im christlichen Kalender hin. Die Geschichte von der Auferstehung Jesu sei die bedeutendste Botschaft überhaupt: "Damit steht und fällt der ganze christliche Glaube", sagte er. Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung des gekreuzigten Jesus Christus. Es sei Aufgabe der Kirchen, den Glauben weiterzugeben, sagte Bedford-Strohm der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). Es gebe Eltern, denen es schwerfalle, ihren Kindern zu erklären, was Ostern ist.

Wilmer: Glaube an Auferstehung grundlegend für Christentum

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Heiner Wilmer feierte seinen ersten Ostergottesdienst als Hildesheimer Bischof.

Als die grundlegendste und bahnbrechendste Erfahrung für Christen bezeichnete auch der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer das Osterfest. Ohne den Glauben an die Auferstehung Jesu wäre der christliche Glaube sinnlos, sagte Wilmer in seiner Osterbotschaft. Der 58-Jährige ist seit September Hildesheimer Bischof und feierte erstmals in dieser Rolle die Osternacht und den Festgottesdienst am Ostersonntag. Das katholische Bistum ist flächenmäßig das drittgrößte in Deutschland. Es umfasst 119 Pfarrgemeinden mit mehr als 600.000 Katholiken.

Meister: "Der Tod hat nicht das letzte Wort"

Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, betonte in seiner Osterbotschaft die befreiende Botschaft des Festes. Der Glaube an die Auferstehung sei "das erfolgreichste Mittel gegen Resignation", sagte Meister in seiner am Donnerstag veröffentlichten Botschaft. Der Tod habe nicht das letzte Wort. Meister steht seit November 2018 als Leitender Bischof an der Spitze der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Zur VELKD gehören sieben lutherische Landeskirchen mit rund neun Millionen Gemeindegliedern.

Manzke: Ostern gibt Anlass zur Hoffnung

Die Hoffnung stellte auch Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe in Bückeburg, in einem online veröffentlichten "Wort zu Ostern" in den Mittelpunkt. "Hoffnung beflügelt und bringt Hände und Füße in Bewegung, gegen alle Trägheit", so Manzke. Das Osterfest biete eine neue Perspektive für "gedrückte Menschen, verkrümmte Lebensläufe und träge Herzen".

Weil: "Stärker als Tod und Verzweiflung"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erinnerte angesichts weltweiter Konflikte ebenfalls an die Hoffnung als Botschaft des Osterfestes. Ostern sei für die Christenheit nicht nur das älteste und wichtigste Fest, es stehe auch für das Aufstehen gegen Hass, Ausgrenzung, Gewalt und für Zusammenhalt und Frieden, sagte der SPD-Politiker. "Derzeit werden historische Atomwaffenverträge aufgekündigt, die unseren Frieden in Europa garantierten. Ostermärsche, der Einsatz für ein friedliches Zusammenleben, sind deswegen wieder wichtiger geworden." Daher sei auch Hoffnung wichtig: "Ostern steht für stärker sein als Tod und Verzweiflung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.04.2019 | 08:00 Uhr

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