Ein Wolf steht im Freigehege im Tierpark Wisentgehege. © picture alliance/Holger Hollemann/dpa Foto: Holger Hollemann

OVG Lüneburg: Rodewalder Wolf darf geschossen werden

Stand: 24.11.2020 19:52 Uhr

Der Rodewalder Wolf darf weiter abgeschossen werden. Das hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg entschieden. Es wies eine Beschwerde von Naturschützern zurück.

Eine Naturschutzorganisation hatte einen Eilantrag gegen die erneut erteilte Sondererlaubnis zum Abschuss des Wolfes gestellt. Mit seiner Entscheidung bestätigte das Gericht einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Oldenburg. Das Töten des Rodewalder Wolfs sei gerechtfertigt, um ernsthafte wirtschaftliche Schäden zu verhindern, entschieden die Richter am OVG. Denn es könne davon ausgegangen werden, dass dieser Wolf weiterhin Pferde und Rinder reißen werde. Der Rodewalder Wolf soll für zahlreiche Nutztierrisse im Landkreis Nienburg und im Heidekreis verantwortlich sein.

Neue Wolfsverordnung noch in diesem Jahr?

Um die Wölfe im Land, die Schutzzäune überwinden und Weidetiere reißen, gibt es schon lange Streit: Im Landtag hatten SPD und CDU vor zwei Wochen die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht sowie das Festlegen einer Bestandsgrenze gefordert. Die Landesregierung hat zudem noch für diesen Herbst eine neue Wolfsverordnung angekündigt, mit der laut Umweltministerium unter anderem nicht mehr für jeden einzelnen "Problemwolf" eine Ausnahmegenehmigung nötig sein soll. Von den aktuell rund 350 Wölfen in Niedersachsen könnte Schätzungen zufolge rund ein Dutzend in die Kategorie Problemwolf fallen.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Hannover | 24.11.2020 | 17:00 Uhr

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