Stand: 18.10.2019 22:00 Uhr

OB-Wahl in Hannover: Scholz vor Onay und Hansmann

Eckhard Scholz liegt knapp in Führung: Der parteilose Kandidat, der für die CDU für das Amt des Oberbürgermeisters in Hannover ins Rennen geht, käme nach einer repräsentativen Umfrage der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) derzeit auf 28 Prozent der Wählerstimmen, wenn jetzt gewählt werden würde. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Belit Onay (Grüne) mit 26 Prozent und der SPD-Kandidat Marc Hansmann mit 23 Prozent. Die Umfrage wurde am Freitag veröffentlicht und liegt dem NDR vor. AfD-Kandidat Joachim Wundrak käme demnach auf 7 Prozent, Iyabo Kaczmarek (parteilos) auf 5 Prozent. Die weiteren Kandidaten liegen zusammen bei 11 Prozent.

Hansmann bekannter als Scholz und Onay

Bei der Bekanntheit ihres Kandidaten können die Sozialdemokraten punkten. Marc Hansmann kennen 31 Prozent der Befragten - Eckhard Scholz dagegen nur 26 Prozent. Belit Onay kommt hier auf 22 Prozent, Joachim Wundrak und Jessica Kaußen (Die Linke) lediglich auf 6 Prozent.

Welchen Einfluss hat die "Rathaus-Affäre"?

Die SPD, die in Hannover jahrzehntelang an der Macht war, muss zittern. Doch woran liegt das? Haben die Vorgänge um Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hier Einfluss? Ja, sagen 30 Prozent der befragten Hannoveraner. Dagegen sagen 66 Prozent, dass die sogenannte Rathaus-Affäre keinerlei Einfluss auf ihr Abstimmungsverhalten habe. Von den Anhängern der SPD geben 24 Prozent an, dass die Affäre ihre Entscheidung beeinflusse.

SPD würde im Vergleich zu 2016 erheblich verlieren

Wenn auch der Rat der Stadt Hannover am Freitag neu gewählt würde, müssten die Sozialdemokraten sich laut der HAZ-Umfrage auf eine klatschende Ohrfeige gefasst machen: Sie kämen auf 24 Prozent der Stimmen - genau wie die CDU. Wahlsieger wären die Grünen mit 28 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 kam die SPD im Rat noch auf 31,3 Prozent der Stimmen - fünf Jahre zuvor waren es sogar noch 37 Prozent.

39 Prozent sind noch unentschlossen

39 Prozent der Wahlberechtigten sind derzeit noch unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben. Wann ihr neues Stadtoberhaupt gewählt wird (am 27. Oktober, d. Red.) wissen demnach 71 Prozent der befragten Hannoveraner - zumindest in etwa. Insgesamt sind etwa 406.000 Einwohner in Hannover wahlberechtigt. Die vorgezogene OB-Wahl war notwendig geworden, weil der bisherige Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) im Mai wegen einer Untreueanklage seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand eingereicht hat. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat für die Umfrage im Auftrag der HAZ 1.002 Wahlberechtigte befragt.

Weitere Informationen

OB-Wahl in Hannover: Die Pläne der Kandidaten

Vier Frauen und sechs Männer haben sich um das Amt der Oberbürgermeisterin oder des Oberbürgermeisters von Hannover beworben. Wie sehen ihre Pläne für die Stadt aus? mehr

OB-Wahl in Hannover: Wer wählt wie und wann?

Hannovers Bürger haben am Sonntag einen neuen Rathaus-Chef gewählt. Wie wird gewählt - und wer darf überhaupt das eine Kreuz setzen? NDR.de beantwortet die wichtigsten Fragen. mehr

Die Rathausaffäre in Hannover: Um was es geht

In der sogenannten Rathausaffäre um Hannovers Oberbürgermeister Schostok (SPD) hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. NDR.de benennt die wichtigsten Fragen und gibt Antworten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.10.2019 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

08:02
Hallo Niedersachsen
00:53
Hallo Niedersachsen
05:12
Hallo Niedersachsen