Stand: 31.10.2019 19:36 Uhr

OB-Stichwahl: Onay, Scholz und die SPD-Wähler

Wer wird nun der neue Oberbürgermeister in Hannover? Eine Antwort hat der Wahlgang am vergangenen Sonntag nicht gebracht. Keine absolute Mehrheit für niemanden. Aber dafür zwei Kandidaten, die nun bis zur Stichwahl am 10. November in den direkten Wahlkampf gehen: Eckhard Scholz, parteiloser Kandidat für die CDU, und Belit Onay von den Grünen. Sie wollen die Nachfolge von Stefan Schostok (SPD) antreten. Beide bekamen von den Wählern jeweils 32,2 Prozent, beide stehen nach 73 Jahren SPD geführtem Rathaus für einen Neuanfang. Jetzt gilt es für Scholz wie für Onay, die Menschen in Hannover von sich und ihrem Weg zu überzeugen. Im Fokus: die Wähler der gescheiterten SPD - immerhin knapp 44.000.

Wen empfiehlt die SPD?

Die Entscheidung, ob die SPD eine Empfehlung für einen der beiden Stichwahl-Kandidaten ausspricht - und wenn ja, für welchen - hatte die Partei aber am Tag nach dem ersten Wahlgang auf kommenden Montag verschoben.

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Zwischen zwei Aufstellern mit den Logos der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und NDR1 Niedersachsen stehen die OB-Kandidaten für Hannover Eckhard Scholz (parteilos, 2.v.l.) und Belit Onay (Grüne, 3.v.l). © NDR Foto: Thomas Hans

Hannover: Kandidaten-Duell vor OB-Wahl

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Die Sozialdemokraten haben mit 23,5 Prozent der Stimmen ein desaströses Ergebnis eingefahren und besetzen damit erstmals seit 73 Jahren nicht den Chefposten in Hannovers Verwaltung. Die SPD wolle vor einer Empfehlung den beiden verbliebenen Kandidaten noch einmal Gespräche anbieten, um "inhaltliche Schnittmengen" auszuloten, hieß es.

Scholz steht SPD in Sachfragen nicht zur Verfügung

CDU-Kandidat Scholz sieht in einem solchen Gespräch nach eigenen Angaben kein Sinn. Für Sach- und Personalfragen stehe er zwischen den beiden Wahlen nicht zur Verfügung. Außerdem seien seine Positionen seit Monaten öffentlich bekannt. Der Wichtigkeit der SPD-Wähler-Stimmen ist er sich dennoch bewusst: "Ich möchte auch für die Sozialdemokraten ein Angebot sein und da auch Brücken bauen." Zudem will er als Persönlichkeit werben, mit Führungserfahrung, wie er sagte. Scholz ist vielen in der Stadt als Ex-Chef des VW-Nutzfahrzeugewerks bekannt.

Onay kennt die Arbeit mit Rot-Grün

Die Grünen haben unmittelbar nach dem Wahlabend mit der SPD gesprochen. Allerdings als Bündnispartner im Rat, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Ob es aber zu einem Treffen auf Parteiebene kommt, werde sich zeigen.

Der 38-jährige Jurist Onay will versuchen, die Stimmen der SPD-Wähler zu bekommen. "Ich denke, meine politischen Inhalte sind so, dass sich viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten damit identifizieren können", sagte Onay. Er verweist dabei auf seine politische Erfahrung und Zusammenarbeit mit Rot-Grün im Landtag und als Ratsherr. "Das Entscheidende wird sein, dass ich in den nächsten zwei Wochen versuchen werde, zu vermitteln, dass ich ein Oberbürgermeister für alle Menschen in dieser Stadt sein möchte."

Stichwahl: Positionen der Kandidaten
Der Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Hannover und Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen, Belit Onay, spricht während einer Pk in Hannover zu Journalisten. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 28.10.2019 | 19:30 Uhr

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